Unternehmen will Gebäude als Firmensitz nutzen : Endlich: Offizierscasino wird saniert

<fettakgl>Die Ziegelfassade des denkmalgeschützten Offizierscasinos</fettakgl> mit ihren zeit typischen Terrakotten und die schmiedeeiserne Zaunanlage sollen restauriert werden. <foto>Foto: Klawitter</foto>
Die Ziegelfassade des denkmalgeschützten Offizierscasinos mit ihren zeit typischen Terrakotten und die schmiedeeiserne Zaunanlage sollen restauriert werden. Foto: Klawitter

Die Unternehmensgruppe Hydraulik Nord GmbH hat das ehemalige Offizierscasino in der Schweriner Johannes-Stelling-Straße gekauft und will jetzt das vom Verfall bedrohte, denkmalgeschützte Gebäude sanieren.

svz.de von
14. Juni 2012, 11:11 Uhr

Ostorf | Die Unternehmensgruppe Hydraulik Nord GmbH hat das ehemalige Offizierscasino in der Johannes-Stelling-Straße gekauft und will das vom Verfall bedrohte, denkmalgeschützte Gebäude sanieren, um dort zukünftig ihren Verwaltungssitz zu nehmen. "Wir wünschen uns mit Blick auf die Sanierung eine konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligter und freuen uns, der Landeshauptstadt Schwerin mit einem weiteren sanierten Bauwerk einen Teil ihres historischen Antlitzes zurück geben zu können", erklärte Dr. Karl Werner, Geschäftsführer der Hydraulik Nord, nach dem Erwerb der Immobilie.

In dem vor genau 112 Jahren eingeweihten Bauwerk sollen insgesamt 35 Arbeitsplätze und Konferenzräume für den Verwaltungssitz der Unternehmensgruppe untergebracht werden. Doch dafür muss die große Villa mit mehr als 1500 Quadratmeter Nutzfläche zunächst statisch ertüchtigt und funktional umgebaut werden und soll zudem einen zurückgesetzten dreigeschossigen Ergänzungsbau bekommen. Für diese Planungen hat der Bauherr ein Architekten-Team unter der Leitung von Prof. Kirsten Schemel mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, auf deren Grundlage eine Bauvoranfrage bei der Landeshauptstadt eingereicht worden ist.

"Diese sehr umfangreich und detailliert ausgearbeitete Bauvoranfrage ist nach intensiven Verhandlungen mit der Denkmalpflege positiv beschieden worden", sagt Dr. Günther Reinkober, Leiter des städtischen Amtes für Stadtentwicklung. "Wir sind sehr froh, dass jetzt endlich eine neue Nutzung dieses markanten Gebäudes in greifbare Nähe rückt." Reinkober geht davon aus, dass nun zeitnah der Bauantrag eingereicht wird, damit noch in diesem Jahr mit den Sicherungs- und Sanierungsarbeiten begonnen werden kann.

Denn auch für das größte Problem, das sich nach den im vergangenen Jahr durchgeführten Untersuchungen der Prüfstatiker offenbart hatte, ist eine Lösung in Sicht. Aufgrund der massiven Schäden im Dachstuhl kann dieser nicht gehalten werden. Er wird aufgegeben und durch eine neue Konstruktion ersetzt. Die Schwierigkeit dabei: Dachstuhl und Schmuckfassade sind bautechnisch verwoben. Die Statiker schlagen deshalb eine Sicherungskonstruktion vor, die sie bereits berechnet haben. "Nicht einfach, aber problemlos machbar", so die Meinung der Fachleute.

Mit besonderer Aufmerksamkeit sollen die Ziegelfassaden mit ihren zeit typischen Terrakotten und Formsteinen, die schmiedeeisernen Zaunanlage und die Eisenspindeltreppe ins Belvedere des Turms denkmalgerecht saniert und partiell rekonstruiert werden. Die neue Dachkubatur und der nördlich zurückgesetzte Neubau sollen nach den Plänen der Architekten "in einem präzisen geometrischen Dialog stehen und Hüllflächen aus golden schimmernden und reflektierenden Glas erhalten, welches ein phänomenales Oberflächenthema des Schlossdaches aufnimmt".

"Die historischen Sichtachsen werden nicht beeinträchtigt, der Neubau nimmt sich in Größe und Form vom Solitärbau zurück und tritt nicht mit dem Offizierscasino in Konkurrenz", versichert Dr. Reinkober. Und da Sanierung und Neubau architektonisch aus einem Guss kommen, ist er überzeugt, dass das Projekt das Stadtbild aufwertet.

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