Schwerin : Emotionen auf 1500 Bildern

Für das frisch vermählte Paar bereitet Elisabeth Krause immer ein Brautgeschenk vor: Eine kleine Kiste mit einer Karte, Blumen und einem Schlüssel – der Stick mit den Hochzeitsfotos.
Für das frisch vermählte Paar bereitet Elisabeth Krause immer ein Brautgeschenk vor: Eine kleine Kiste mit einer Karte, Blumen und einem Schlüssel – der Stick mit den Hochzeitsfotos.

Heiraten in Schwerin - Als Hochzeitsfotografin braucht es viel Erfahrung, um die Gefühle und Stimmung des Brautpaars festzuhalten

von
12. September 2019, 12:00 Uhr

Im September sind die Schweriner in Hochzeitsstimmung. Zumindest in diesem Jahr. Acht Paare gaben sich am 9. September das Ja-Wort, am 19. September werden es sogar zwölf sein. Doch egal, an welchem Tag Braut und Bräutigam sich trauen lassen: Eine Hochzeit soll etwas Besonderes sein. Wo also soll geheiratet werden? Was muss organisiert werden? Wer hilft dabei? Diese Woche stellt die SVZ das Thema Eheschließung in den Mittelpunkt. Heute: Die Hochzeitsfotografin.

Ob im Kindergarten, vor dem Schweriner Schloss, in einem Leuchtturm oder umgeben von Hippies. Elisabeth Krause war schon auf vielen Hochzeiten unterwegs. Immer ausgestattet mit zwei Kameras. „Falls es Probleme mit der einen gibt, habe ich als Ersatz eine zweite dabei“, erklärt sie.

Elisabeth Krause ist Hochzeitsfotografin. Ein Hobby, dem die 29-Jährige schon seit etwa acht Jahren mit viel Leidenschaft nachgeht. Bereits als Schülerin machte sie ein Praktikum für Fotografie bei der Volkshochschule. Von da an hätte sie die Fotografie gepackt. Später spezialisierte sie sich dann auf Hochzeiten. „Ich brauche diese Bewegung und dass viel los ist.“

Hauptberuflich ist sie eigentlich als Lehrerin an der Ecolea tätig. Die pädagogische Grundhaltung sei in ihrem Nebenjob aber von Vorteil. „Genau beobachten und offen auf andere Menschen zugehen, darauf kommt es auch bei der Hochzeitsfotografie an“, sagt sie. Ihre Arbeit bedeutet nicht, einfach nur auf den Knopf zu drücken. „Man braucht viel Gefühl und Erfahrung, um die Emotionen der Gäste und des Brautpaars in den Bildern festzuhalten.“ Und das funktioniere nur mit ungestellten Bildern. „Wenn ich immer nur auf die hochauflösende Qualität achte, kann ich mich nicht auf die Emotionen konzentrieren.“

Die Brautpaare begleite sie deshalb fast den ganzen Tag, vom Ankleiden bis hin zum Hochzeitstanz. Früher sei sie sogar noch länger geblieben. „So bis 23 Uhr. Aber irgendwann möchte die Hochzeitsgesellschaft ja auch unter sich sein“, sagt Krause und lächelt. Gemeinsam mit ihrer Co-Fotografin und Freundin Lisa-Marie Wolter schaffe sie zehn Hochzeit-Shootings im Jahr. Es hätte viele Vorteile, zu zweit auf so einer Veranstaltung unterwegs zu sein. „Ich fotografiere zum Beispiel am liebsten den Bräutigam“, erzählt Krause. Und das hat folgenden Grund: Wenn die Braut erscheint und langsam auf den Bräutigam zuschreitet, blicken alle Gäste zur Braut. „Das ist der kurze Moment, in dem der Bräutigam mal nicht im Mittelpunkt steht. Lisa fotografiert dann die Braut und die Gäste, und ich eben den Bräutigam.“ Nach der Hochzeit muss sie dann die Fotos sortieren. Das würde dreimal so viel Zeit in Anspruch nehmen, wie die Hochzeitsbegleitung dauert. Am Ende überreicht sie dem Paar einen Stick mit bis zu 1500 Fotos. „Dann kann sich das Paar die schönsten Fotos selbst aussuchen und ausdrucken.“ Neben den Hochzeitsfotografien bietet sie auch Shootings zur Verlobung und zur Schwangerschaft an. „Wir bieten die Fruchtbarkeitsgarantie“, sagt Krause und fängt an zu lachen. „Das ist ein Scherz von uns. Die meisten Paare kommen nämlich nach ein oder zwei Jahren wieder, um Schwangerschaftsfotos machen zu lassen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen