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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Oktober 2017 | 11:26 Uhr

Promenade kontra Weg : Emotionale Namenssuche

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Über die Bezeichnung neuer Straßen auf dem Areal der Alten Brauerei gab es in den Ausschüssen der Stadtvertretung Diskussionen

svz.de von
erstellt am 24.Apr.2014 | 21:30 Uhr

Namen bewegen die Gemüter. Straßennamen sind offenbar eine besonders emotionale Angelegenheit. Die Benennung neuer Straßen auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei in der Knaudtstraße jedenfalls sorgte für Diskussionen im Kultur- und im Hauptausschuss.

Auf dem ehemaligen Brauereigelände werden aus der vorhandenen Bebauung Wohnungen, Arztpraxen und auch Kultureinrichtungen entstehen. Auf Wunsch des Investors sollten die Straßen so benannt werden, dass die Namen sich auf die einstige Nutzung beziehen: Holzhof und Schall-und-Schwencke-Promenade.

Um die Bezeichnung Holzhof gab es keine Diskussion. Schließlich war das Gelände seit 1821 als Holzhof der Stadt bekannt.

1857 wurde auf dem Gelände die Mecklenburgische Exportbrauerei Schall & Schwencke gegründet. Bis in die heutige Zeit ein durchaus noch geläufiger Name. Und der Name Schall & Schwencke soll weiterleben. Zumal Georg Schwencke einmal Senator der Residenzstadt war und zum Ehrenbürger Schwerins ernannt wurde. Doch es gab Widerstand gegen die Benennung. „Der Name Schall-und-Schwencke-Promenade ist nicht alltagstauglich“, so SPD-Fraktionschef Daniel Meslien. Ein Vorschlag des Kulturausschusses: Aus der „Promenade“ sollte ein „Weg“ werden. Das sei kürzer. Doch Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow sprach sich vehement für eine Promenade aus. Schließlich soll dort einmal eine kleine Privatbrauerei entstehen. Da klinge Promenade besser als Weg. Doch Gramkow konnte sich nicht durchsetzen. Ebenso wenig wie Daniel Meslien, der auch noch die Bezeichnung Alte Brauerei ins Gespräch brachte. Doch so heißt schon das gesamte Areal. Deshalb, so CDU-Fraktionsvorsitzender Sebastian Ehlers, sollte der Name Schall & Schwencke schon erhalten bleiben.

Die Abstimmung im Hauptausschuss brachte dann zwar ein Ergebnis – sehr überzeugend war es nicht. Fünf Mitglieder sprachen sich für den Schall-und-Schwencke-Weg aus, vier waren dagegen, die Oberbürgermeisterin enthielt sich der Stimme. Zum Namen Holzhof gab es keine Hin und Her. Alle Hauptausschussmitglieder stimmten dafür.

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