Streit um Elternratgeber : Elternrat wirft Minister Zensur vor

BildungsministerMathias Brodkorb red
BildungsministerMathias Brodkorb red

Der Landeselternrat hat im Zusammenhang mit der geplanten Herausgabe eines Elternratgebers dem Bildungsministerium in Schwerin Zensur vorgeworfen. Stein des Anstoßes ist ein Streit um den Begriff Stundenausfall.

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25. September 2012, 11:25 Uhr

Schwerin | Der Landeselternrat hat im Zusammenhang mit der geplanten Herausgabe eines Elternratgebers dem Bildungsministerium in Schwerin Zensur vorgeworfen. Stein des Anstoßes sei ein Streit um den Begriff Stundenausfall, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Elternrats, Torsten Werner, gestern. Das Bildungsministerium wolle die Broschüre deswegen nicht drucken lassen. Es unterscheide nämlich zwischen Totalausfall und Unterricht, der zur Vertretung anfalle. Würden beispielsweise den Kindern Aufgaben erteilt, gelte die Stunde als nicht ausgefallen.

"Der Bildungsminister will die Statistik schönen und so von der hohen Vertretungsquote ablenken", sagte Werner. Etwa zehn Prozent des Unterrichts werde als Vertretungsstunde erteilt, drei Prozent falle völlig aus. "Wenn wir in einer Fibel für Eltern, nicht das sagen und schreiben dürfen, was Eltern denken, dann ist das Zensur." Eine Stellungnahme aus dem Hause von Minister Mathias Brodkorb (SPD) war zunächst nicht zu bekommen.

Nach heftiger Kritik von Eltern hatte das Bildungsministerium zum laufenden Schuljahr 20 Stellen für Vertretungslehrer an Grundschulen bereitgestellt. Das war Teil eines Zehn-Punkte-Programms zur Vermeidung von Unterrichtsausfall. Im vergangenen Jahr wurden laut Ministerium an Grundschulen 8 bis 9 Prozent der Unterrichtsstunden vertreten, knapp ein Prozent fiel aus. Der Landeselternrat will auf seiner Herbsttagung über das Thema sprechen.

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