Kita gGmbH Schwerin : Eltern kippen pauschale Abrechnung für das Essen

Streikfrühstück bei Verdi: Für die ausgefallene Betreuung erhalten Eltern Geld zurück.
Streikfrühstück bei Verdi: Für die ausgefallene Betreuung erhalten Eltern Geld zurück.

Frühstück kann wieder abgewählt werden / Bezahlt wird nach tatsächlicher Nutzung / Geld für Streiktage

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12. Juni 2015, 13:30 Uhr

Rolle rückwärts: Die Vertreter der 22 Einrichtungen der städtischen Kita gGmbH haben die von der Stadt und der Kita gGmbH eingeführte Pauschalabrechnung für die Kita-Vollverpflegung gekippt. Von September an können einzelne Essen wie etwa das Frühstück durch die Eltern wie früher wieder abgewählt werden. Bezahlen müssen Eltern nur das, was das Kind in der Einrichtung tatsächlich isst.

„Lieber spät als nie sollte man insofern zu der jetzigen Kurskorrektur meinen. Von den seitens der Kita gGmbH in der Vergangenheit behaupteten Vorteilen der Kita-Essenspauschale scheint nach einer erneuten Betrachtung der Angelegenheit nun nichts mehr übrig geblieben zu sein“, kritisiert FDP-Stadtvertreterin Cécile Bonnet. Mit der Pauschale sei zum Jahresanfang über die Köpfe der betroffenen Eltern hinweg einseitig Fakten geschaffen worden.

Das neue Kita-Gesetz des Landes hatte es in die Hände der Kita-Träger gegeben, gemeinsam mit den Eltern zu entscheiden, ob die durch das Gesetz vorgeschriebene Vollverpflegung in den Einrichtungen pauschal oder nach tatsächlicher Verpflegung abgerechnet wird. Stadt und Kita gGmbH hatten sich gegen die so genannte Spitzabrechnung entschieden, aber von Anfang an gesagt, nach einem halben Jahr Bilanz zu ziehen und zu reagieren. Das ist jetzt erfolgt.

„Der große Vorteil ist, dass jetzt alle unsere Häuser eine Vollverpflegung anbieten“, sagt Kita GmbH-Chefin Anke Preuß. Bis Ende 2014 hatten nur 60 Prozent der Häuser die Vollverpflegung.

Der Kita-Beitrag inklusive Essensgeld soll auch weiterhin im Voraus bezahlt werden. Die Verrechnung nicht in Anspruch genommenen Essens erfolgt Preuß zufolge im jeweiligen Folgemonat. Höhere Essenspreise werde es durch die Umstellung der Abrechnung nicht geben.

Parallel haben sich die Elternvertreter der Kita gGmbH einstimmig für die Rückerstattung der Beiträge für die Streiktage ausgesprochen. Das Geld wird es aber erst geben können, wenn zwischen Gewerkschaft Verdi und Kommunalem Arbeitgeberverband Einigkeit erzielt wird. Noch laufen im Tarifstreit die Schlichtergespräche. Die von den Eltern umsonst gezahlten Beiträge sollen dann mit einem fälligen Monatsbeitrag verrechnet werden. Die Summen reichen von Ganztagsbetreuung in der Krippe von 22,88 Euro pro Tag bei „Nidulus“, 16,07 Euro bei den „Waldgeistern“ und 14,72 Euro bei den „Plappermäulchen“ über die Ganztagsbetreuung im Kindergarten von beispielsweise 7,35 Euro bei den „Future Kids“, 8,22 Euro in der „Rappelkiste“ und 9,10 Euro im Wirbelwind pro Tag bis hin zu Teilzeit-Hortkosten von etwa 2,43 Euro in den „Paulsstädter Fritzen“, 3,44 Euro im Heinehort und 4,36 Euro in der Kita „Gänseblümchen“. Für das wegen des Streiks nicht in Anspruch genommene Essen gibt es pro Tag zwischen 3,50 und 4,13 Euro zurück.

„Die rechtliche Basis für eine solche Rückerstattung ist, entgegen der Äußerungen der Oberbürgermeisterin, durchaus gegeben. Ich gehe zudem davon aus, dass der SPD-Antrag am Montag in der Stadtvertretung eine breite Mehrheit finden wird“, sagte SPD-Kreisvorsitzender Jörg Heydorn. OB Angelika Gramkow spricht dagegen von einer Kulanzregel. Sie hätte sich wegen des hohe bürokratischen Aufwands der Rückerstattung für die Kita gGmbH eine andere Lösung gewünscht.

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