Schwerin : Eltern kämpfen um Stensenschule

Die weiterführende Niels-Stensen-Schule in der Feldstadt: Zusammen mit dem Grundschul-Teil besuchen derzeit rund 750 Mädchen und Jungen die katholische Bildungseinrichtung.
Die weiterführende Niels-Stensen-Schule in der Feldstadt: Zusammen mit dem Grundschul-Teil besuchen derzeit rund 750 Mädchen und Jungen die katholische Bildungseinrichtung.

Appell an Hamburger Erzbischof: Katholische Schule in Schwerin muss bleiben. Bistum kündigt Gespräch mit Träger Bernostiftung an

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20. Januar 2018, 16:00 Uhr

Wie geht es weiter mit der katholischen Niels-Stensen-Schule in der Feldstadt? Mitte Dezember hatte des Erzbistum Hamburg angekündigt, die Zahlungen an den Schulträger, die Bernostiftung, herunterzufahren. In einem Brief hat der Elternvorstand des weiterführenden Schulteils jetzt noch einmal an die Verantwortlichen im Erzbistum appelliert, die gesamte Schule in Schwerin zu erhalten. „Wir möchten Sie inständig bitten, wichtigste wirtschaftliche oder kompetenzpolitische Aspekte Ihrer Entscheidung dem höheren Wert der Präsenz einer Katholischen Schule vor Ort unterzuordnen“, heißt es in dem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt. Auch der Schulelternrat der Stensen-Grundschule hat einen Brief nach Hamburg geschickt, bittet dringend um ein Gespräch.

Druck auf Erzbischof Stefan Heße macht ebenfalls der Kirchenvorstand der St.-Anna-Gemeinde – mit einer Unterschriftensammlung. „Wir unterstützen den Erhalt aller Katholischen Schulen in Mecklenburg in der gemeindenahen Trägerschaft durch die Bernostiftung“, so steht es im Anschreiben. Die Katholischen Schulen seien unverzichtbare Orte kirchlichen Lebens, gerade in der Diaspora Mecklenburgs würden sie eine der wenigen Möglichkeiten bieten, den Glauben in die Gesellschaft zu tragen, heißt es weiter. An der Unterschriftensammlung beteiligen sich auch die Vorstände der Katholischen Gemeinden in Ludwigslust und Rostock.

Tatsächlich ist die Bernostiftung nicht nur Träger der Niels-Stensen-Schule in Schwerin, sondern auch der Edith-Stein-Schule in Ludwigslust und der Don-Bosco-Schule in Rostock sowie der Johannes-Prassek-Schule in Lübeck. Um 500 000 Euro habe das Erzbistum Hamburg seine Zahlungen an die Stiftung für dieses Jahr gekürzt, sagt Stiftungsdirektor Thomas Weßler. Begründung: Das Bistum müsse sparen. Das Geld werde aber von der Stiftung benötigt, um Kredite für Baumaßnahmen abzubezahlen, so Weßler. „Wir unternehmen nun alle Anstrengungen, um den Wegfall der 500 000 Euro zu kompensieren.“

Was passiert, sollte die Bernostiftung als Träger ausfallen? Weßler verweist auf die Situation in Hamburg, wo vor einem Jahr die 21 Katholischen Schulen des Hamburger Schulverbandes direkt dem Erzbistum unterstellt worden seien. Und wie der Zufall es will: Gerade gestern hat das mit aktuell 79 Millionen Euro überschuldete Bistum bekannt gegeben, dass acht dieser Schulen geschlossen werden sollen.

„Ich bin zuversichtlich, dass der Fortbestands der Niels-Stensen-Schule nicht gefährdet ist“, sagt Schulleiterin Brigitta Bollesen-Brüning. Offen sei aber die Frage der Trägerschaft. Manfred Nielen, Sprecher des Erzbistums Hamburg, kündigt auf SVZ-Anfrage ein Gespräch mit der Bernostiftung an, bei dem es auch um die Träger-Frage gehen werde. Ziel des Bistums sei eine „wirtschaftliche Tiefenprüfung“ der Stiftungsschulen, so Nielen.

Dass die Niels-Stensen-Schule mit ihren rund 750 Schülern und ihren modernen Gebäuden gute Karten habe, steht auch für Stiftungsdirektor Weßler außer Frage. Entscheidend ist für ihn aber noch eine andere Frage: „Wo wird künftig über die Belange der Schulen entschieden?“ Im Stiftungsrat der Bernostiftung hätten Eltern und Kirchenvorstände Sitz und Stimme, betont Weßler.

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