Schwerin : Eltern kämpfen um freie Schulwahl

Erste Familien wehren sich vor Gericht gegen Einschulungs-Ablehnung in Reuter- und Friedensschule

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02. Juli 2014, 08:00 Uhr

In der Fritz-Reuter- und in der Friedensschule gibt es laut Schuldezernent Dieter Niesen mehr Anmeldungen für die ersten Klassen, die am 23. August eingeschult werden, als freie Plätze. Deshalb haben 31 Eltern eine Ablehnung ihrer Wunschschule erhalten und gleichzeitig die Empfehlung, ihr Kind entweder in der Grundschule Lankow oder in der Astrid-Lindgren-Schule  einzuschulen. Dagegen haben 18 Eltern bereits Widerspruch eingelegt. Bis morgen haben die übrigen dafür noch Gelegenheit. „Ich würde allen betroffenen Eltern empfehlen, die Widerspruchsfrist zu nutzen“, sagt  Dr. Friedhelm Köster. Der Schweriner  Rechtsanwalt vertritt eine Familie, die mit seiner Hilfe als erste vor Gericht gezogen ist. Mit einem so genannten einstweiligen Rechtsschutzverfahren wollen sie die Einschulung in eine der beiden Innenstadt-Grundschulen erzwingen. Folgt der Richter dem Ansinnen, kann das Kind in die Wunschschule gehen – bis in einem regulären Verfahren ein Urteil gefällt wird. Das kann sich über Jahre hinziehen.

Aus Sicht von Dr. Köster ist der Schritt der Eltern verständlich. Sie wohnen in einem Stadtteil, in dem es keine staatliche Grundschule mehr gibt. Und gerade der Schulweg muss sicher und akzeptabel sein. Die Lindgrenschule wäre für das Kind aber ebenso wie die Grundschule Lankow nur durch die Kombination langer Fußwege, Bus- und Straßenbahnfahrt erreichbar. „Kleine Beine, kleine Wege, muss aber die Devise lauten“, sagt der Rechtsanwalt. Er fordert ohnehin transparentere Entscheidungen. Eltern müssten Ablehnungen nachvollziehen können. „Auch weil die Stadt nicht Auswahlkriterien öffentlich macht, entsteht der Unmut.“ Zudem gäbe es zumindest an der Friedensschule aus seiner Sicht provisorische Erweiterungsmöglichkeiten. In wenigen Jahren gäbe es ohnehin weniger Erstklässler.

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