zur Navigation springen

Mehr Schüler als Stühle in Schwerin : Eltern besorgt über Schulplanung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mehr Schüler als Stühle in den Klassen: Stadtelternrat und Lehrer diskutieren mit Kommunalpolitikern und Schulrat über Lösungsansätze

von
erstellt am 11.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Die Situation ist angespannt: Für das neue Schuljahr sind in Schwerin mehr Erstklässler angemeldet, als die staatlichen Grundschulen Aufnahmekapazitäten haben. Daraufhin hat die Stadtvertretung beschlossen, mehr Eingangsklassen einzurichten. „Doch spätestens im nächsten Jahr sind Probleme wieder da und haben an Schärfe noch zugenommen“, so Rainer Schiffel, der Vorsitzende des Stadtelternrates. Denn die Zahl der Schulanfänger sei größer als die der Abgänger. Deshalb habe der Stadtelternrat Politiker, Stadtverwaltung, staatliches Schulamt, Lehrer und Elternvertreter zur Podiumsdiskussion eingeladen.

„Wir wollen nicht nach hinten schauen und Schuldzuweisungen betreiben, sondern gemeinsam Lösungswege suchen“, gab Christina Zapfe als Marschrichtung aus. Die gesamte Aula der Friedensschule wurde kurzerhand zum gemeinsamen Podium erklärt. Das kam der Diskussion auf Augenhöhe sehr zu Gute.

Mehrere Grundschulleiterinnen berichteten, dass bei ihnen zwar nicht problemlos, aber schnell und konstruktiv neue Klassen gebildet wurden. Sowohl Räume als auch Lehrer wurden gefunden. Ihr Problem: Nun seien die Kapazitäten erschöpft. Annett Groß, Leiterin der Friedensschule, sagte, mehr als Vierzügigkeit sei pädagogisch nicht zumutbar. Hannelore Schulze, Leiterin der Grundschule Lankow, machte auf ein anderes Problem aufmerksam. Sie berichtete, dass sie neben vier Schuleingangsklassen noch eine Diagnoseförderklasse mit zehn Plätzen habe. „Für die neue hat es aber 24 Bewerbungen gegeben – 14 Kinder mussten abgewiesen werden.“ Sie warb für ein neues Förderzentrum.

Auch an weiterführenden Schulen wird es eng. Aber es gibt Ausnahmen. Vera Arndt von der Integrierten Gesamtschule „Bertolt Brecht“ verwies darauf, dass an ihrer Schule noch Plätze frei seien. „Durchgehende Vierzügigkeit wäre für uns ideal.“ Davon sei sie aber weit entfernt.

Als Hauptproblem kristallisierte sich die Schaffung langfristiger Lösungen heraus. Martina Wächter vom Elternrat der Grundschule Lankow warf der Stadtverwaltung Planlosigkeit vor. Auch mehrere Politiker kritisierten, dass Schulentwicklungsplanung seit Jahren vernachlässigt wurde. Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow sagte, dass der Prozess mit dem neuen Schuldezernenten Fahrt aufgenommen habe und die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes jetzt unterschriftsreif vorliege. „Wir brauchen zwei neue Schulen und ein Förderzentrum“, so Gramkow.

Vorschlägen von Silvio Horn (Unabhängige Bürger) und Georg-Christian Riedel (CDU), Räume der Volkshochschule für Grundschulklassen herzurichten, erteilte Schulrat Knut Gatz eine Abfuhr. Es sei rechtlich zwar möglich, aber praktisch kaum realisierbar.

„Es war ein konstruktiver Abend, aber wir müssen im Gespräch bleiben“, fasste Elternratschef Schiffel zusammen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen