Alt Metelnerin liebt Bücher : Elke Haase ist die gute Seele der Bücherei

Einblick in die kleine Literaturwelt: Uwe und Gudrun Feller aus dem Alt Metelner Wohngebiet Wolters Holt kamen zum Tag der offenen Tür, Elke Haase (r.) zeigte ihnen die Dorfbibliothek.
Einblick in die kleine Literaturwelt: Uwe und Gudrun Feller aus dem Alt Metelner Wohngebiet Wolters Holt kamen zum Tag der offenen Tür, Elke Haase (r.) zeigte ihnen die Dorfbibliothek.

Der 73-Jährige Elke Haase geht der Lesestoff nicht aus und die ehrenamtliche Bibliothekarin hat so manchen Tipp parat

svz.de von
10. Mai 2017, 16:00 Uhr

Da hatte sich Elke Haase aus Alt Meteln gut vorbereitet. Sie öffnete zwei Stunden lang die Gemeindebibliothek für Neugierige und Leseratten. Ein Tisch mit Büchern und Fachzeitschriften lockte zum Stöbern, meist waren es doppelte und dreifache Exemplare, die die ehrenamtliche Bibliothekarin weitergeben wollte. Sie stellte sich auf nette Gespräche ein. Frühlingsblumen auf dem Schreibtisch und eine Schale mit Bonbons für die Kleinen, alles war perfekt.

Doch nur wenige Alt Metelner nahmen das Angebot in Anspruch. „Da kann man nichts machen, das Wetter ist schön und viele werden im Garten oder unterwegs sein.“ Zeit zum Traurigsein hatte Elke Haase nicht, viel lieber bestückte sie das neue, von der Gemeinde gekaufte Bücherregal. Der große Raum der erst im vorigen Jahr übergebenen Bibliothek ist übersichtlich eingerichtet, damit Besucher sich schnell fündig an Krimis, Romanen, Kinderliteratur, Hörspielen und Videos, aber auch Reiseberichte, Koch- und Handarbeitsbücher werden. Alle Genres wurden genau bezeichnet und übersichtlich einsortiert. Während Elke Haase beschäftigt ist, schauen doch noch ein paar Besucher herein. Uwe und Gudrun Feller interessieren sich besonders für Kinderbücher, die sie ihren Enkeln vorlesen möchten. Bürgermeister Hans-Jürgen Zobjack informierte die Anwesenden über den Werdegang der Gemeindebibliothek. „Nicht viele Kommunen unterhalten noch eine eigene Bibliothek. Denn die Unterhaltung, Ausstattung und Leitung des Lesezentrums kostet Geld. Nach der Wende gab es die günstigere Variante mit dem Bücherbus, der im vorigen Jahr leider eingestellt wurde“, so der Bürgermeister. Doch die Gemeinde Alt Meteln entschied sich für den Erhalt der Bibliothek, die es schon zu DDR-Zeiten gab, damit das Leben auf dem Dorf mit vielen weiteren Kulturangeboten attraktiv bleibt.

Für Elke Haase ist es sowieso ein Glücksfall, dass sie seit 2007 die literarischen Schätze verwalten darf. Die Mutter von zwei erwachsenen Kindern und Oma von drei Enkelkinder erlernte einst die Berufe Krippen- und Kindergartenerzieherin. Viele Jahre betreute sie im Wochenheim Alt Meteln körperlich und geistig behinderte Kinder. „Das war die schönste Zeit meines Lebens“, erinnert sich die agile Rentnerin. 1991 übernahm sie eine Tätigkeit im Sozialamt im damaligen Amt Lübstorf/Alt Meteln. Viele Menschen kennen Elke Haase und grüßen sie, wenn sie ihr auf der Straße begegnen. Nach dem frühzeitigen Eintritt in den Ruhestand suchte sie sich neue Herausforderungen. Die Kinder waren aus dem Haus und und nur untätig zu Hause herumsitzen, das wollte sie nicht. Sie bekam die Stelle als ehrenamtliche Bibliothekarin und legte sich mächtig ins Zeug. Bücherspenden mussten archiviert werden, sie liest Hort- und Vorschulkindern Geschichten vor, organisiert einmal im Jahr Basare und kauft neue Bücher, CDs oder Hörspiele ein.

Ihre älteste Lesefreundin ist die 94-jährige Martha Geschinski aus Alt Meteln. Die jüngsten sind Mädchen und Jungen im Kindergartenalter. Auch wenn die Kindertagesstätte Hilfe braucht, steht sie zur Verfügung. Elke Haase ist langjähriges Mitglied im Alt Metelner Heimatverein und besucht dort die Gymnastik- und Handarbeitsgruppe. Bis zum vorigen Jahr spielte sie noch im Posaunenchor der Kirchengemeinde, was sie aber aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Als sachkundige Bürgerin arbeitet die 73-Jährige aber weiterhin in der Gemeindevertretung mit. Und wenn dann trotz Haus und Garten noch etwas Zeit bleibt, geht sie gern auf Reisen.


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