Ernte in Leezen : Elite wird diesmal nicht gedroschen

Erntewetter sieht anders aus, doch die Mitarbeiter der Produktivgemeinschaft Leezen nutzen jede regenfreie Minute, um den Weizen vom Feld zu holen.
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Erntewetter sieht anders aus, doch die Mitarbeiter der Produktivgemeinschaft Leezen nutzen jede regenfreie Minute, um den Weizen vom Feld zu holen.

Produktivgemeinschaft Leezen hat drei verschiedene Weizen-Kategorien angebaut – was vom Feld kommt , liegt unter Durchschnitt

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17. August 2016, 16:00 Uhr

Auf rund 20 Prozent der gesamten Weizenanbaufläche der Produktivgemeinschaft Leezen keimte im Frühjahr die Oberklasse. Eliteweizen sollte jetzt im Sommer geerntet werden. Das hatte Vorsitzender Detlef Hönicke jedenfalls so geplant. Der Sommer hat aber nicht ganz mitgespielt: Viel Regen, wenig Sonne. „Wir hatten uns für die Sorte ,Akteur’ entschieden. Sind in den vergangenen Jahren damit sehr gut gefahren. Die Erträge waren stabil, aber in diesem Jahr ist wirklich alles anders“, sagt der Landwirt. Denn aus seiner Elite ist lediglich A-Weizen geworden. Auch keine schlechte Kategorie, aber eben nicht die Oberklasse.

Denn der Eliteweizen habe hervorragende Eigenschaften und die höchste Volumenausbeute bei den Backqualitätsgruppen. „Er wird meistens zum Aufmischen schwächerer Weizensorten verwendet“, erläutert Hönicke. Der Ertrag sei deutlich geringer, aber der Eliteweizen werde besser bezahlt. Allerdings seien Erfahrung und geeignete Bodenqualitäten nötig, um gute Ernten einzufahren.

„Wir wollten in diesem Jahr Weizen in der höchsten Backqualität ernten und bekommen ihn nun eine Stufe schlechter vom Feld. Da ist schnell Geld futsch“, sagt Hönicke. Ebenso verhalte es sich mit dem angebauten A-Weizen, der sei jetzt „nur noch B-Weizen“.

Auch die Erträge – abgesehen von den Qualitäten – seien in diesem Jahr schlecht. Bislang rechneten die Leezener mit einem Ertrag um die 80 Dezitonnen pro Hektar. In diesem Sommer bleibe er deutlich darunter. „Wir können die Defizite bei der Milch in diesem Jahr nicht mit Erträgen aus der Feldwirtschaft auffangen“, resümiert der Leezener Landwirt. Nicht nur ihm treibe diese Situation die Sorgenfalten auf die Stirn: „So mancher Bänker schaut mit Sorge auf die Landwirtschaft, denn es steckt im Namen: Auch wir sind Teil der Wirtschaft“, betont Hönicke. „Kein kleiner“, schiebt er hinterher.

Doch allzu schwarz will er die Zukunft nicht malen: „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken.“ Immerhin spiele das Wetter jetzt wieder einigermaßen mit. „Die Bauern müssen sich damit abfinden, dass die langen Erntetage vorbei sind. Den Wetterbericht verfolgen und schnell loslegen, wenn es denn geht“, lautet seine Devise. Und derzeit geht es, wenn auch erst am Nachmittag. „Wir haben am Wochenende mit 18 Prozent Feuchtigkeitsgehalt im Weizen begonnen. Nicht ideal, aber es geht gerade noch so“, sagt der Agronom. Donnerstag wäre er gern fertig, denn bislang ist noch mehr als ein Viertel der gesamten Weizenernte auf dem Halm. „Immer wieder ist beim Wetterbericht die Rede von kleinen feuchten Wetterlagen. Es ist wirklich ein verrücktes Jahr, aber wir müssen da durch“, sagt Hönicke.

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