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Eishockeyclub Warsow/Kothendorf : Eishockey-Fans bauen sich Eisbahn selbst

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Der Frost kann kommen: In Warsow haben Eishockey-Fans ihre Eisbahn erneuert: Sobald das Eis hält, jagen sie dem schwarzen Puck hinterher. Derzeit nutzt der Club noch die Spielfläche auf dem Schweriner Weihnachtsmark.

svz.de von
erstellt am 05.Dez.2012 | 06:39 Uhr

Warsow | Wenn es nach den Mitgliedern des Eishockeyclubs Warsow/Kothendorf geht, könnte es jetzt längere Zeit Frostgrade geben. Dann können sie nämlich ihre erneuerte Eisbahn nutzen. Und nicht nur sie. Auch Kinder und Jugendliche dürfen hier dem schwarzen Puck hinterher jagen oder einfach nur Schlittschuh laufen. "Es ist alles fertig, die Fläche ist seit Tagen schon geflutet. Wir warten nur noch darauf, dass es friert - und einige Zeit anhält", sagt Enrico Templin. Bis es soweit ist, nutzen die Mitglieder vom Eishockeyclub (EHC) - 15 Jungs und Männer sowie ein Mädchen - die Schweriner Eisbahn am Pfaffenteich. "Wir haben uns dort für eine Stunde in der Woche abends eingemietet."

Eine Eisbahn Marke Eigenbau hatten die Warsower und Kothendorfer schon im vorigen Winter. Templin: "Das hat allen Spaß gemacht." Aber zum Ende der Saison ging die Folie kaputt. Der Sportverein Warsow, der EHC ist hier als Sparte integriert, fragte bei der Gemeinde um Unterstützung nach. Denn: "Wir wollten die Eisbahn neu aufbauen und dabei auch gleich einige Unebenheiten im Gefälle beseitigen", erinnert Enrico Templin, der sich in dieser Angelegenheit besonders stark engagiert. Sowohl Bürgermeisterin Gisela Buller als auch ihr Stellvertreter Gerhard Evers und die Gemeindevertreter sagten Hilfe zu. Die Gemeinde und die Produktivgenossenschaft Kothendorf gaben Geld. Ebenso die Warsower Heizungsfirma Rainer Oldenburg. Denn aus eigener Kraft hätte der Verein das Vorhaben finanziell niemals stemmen können, ist sich Templin sicher. Tatkräftig unter die Arme griffen den Eishockeyfreunden ortsansässige Unternehmen: Erdbau Schwenk half mit seiner Technik bei den Erdarbeiten, Firma Bongard Save Road sponserte die Leitplanken und Marth-Design stellte die Bande kostengünstig zur Verfügung. An unzähligen Wochenenden standen die Mitglieder der Eishockey-Sparte auf dem Platz und packten tatkräftig mit an, um die Eisbahn nicht nur wieder herzurichten, sondern sie grundlegend zu erneuern, wie der Warsower betont.

Mit dem Gedanken, im Dorf eine Eisbahn zu errichten, trugen sich die Freunde des Wintersports schon vor mehreren Jahren, erinnert Templin. Damals haben sie auf dem zugefrorenen Krügerteich in Kothendorf Eishockey gespielt - Junge wie Alte. Nicht nur einmal. Irgendwann entstand die Idee, dieses Freizeitvergnügen auf solide Füße zu stellen. Der Teich ist mehrere Meter tief, die Gefahr, hier einzubrechen, war da. Hinzu kam, dass es im Winter schnell dunkel wird und dann nicht mehr gespielt werden kann.

Einer brachte das Grundstück am alten Wasserwerk in Warsow ins Spiel. Beides gehört der Gemeinde. Das Gebäude steht noch, der Gemeindearbeiter nutzt einen Raum als Lagerhalle und auch die Eishockeyfreunde können hier ihre Utensilien abstellen. Templin: "Das Grundstück ist optimal. Es ist abgegrenzt, verfügt über Strom- und Wasseranschluss." Und so machten sich die Männer mit ihren Helfern erstmals 2011 ans Werk. Die Eisbahn, die sie anlegten, ist 36 mal 17 Meter groß. Und für Flutlicht wurde auch gleich gesorgt, so dass die Freizeitsportler auch noch am späten Nachmittag ihrem Vergnügen frönen können. Kinder kommen hier ebenso auf ihre Kosten. In doppelter Hinsicht. Sie können die Eisbahn nutzen - oder den Rodelberg. Der befindet sich auf dem gleichen Gelände, wurde in diesem Jahr aber vergrößert.

Dass sich der winterliche Freizeitsport hier konzentriert, sei optimal, meint Enrico Templin. Er kann sich auch durchaus vorstellen, mit seinen Jungs, den Fußballern der F-Jugend, die er trainiert, mal aufs Eis zu gehen. Er selbst spielt auch in Hamburg Eishockey - als Hobby. "Ich arbeite dort, deshalb lässt sich das gut verbinden."

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