Museum soll wachsen : Eisenbahnfreunde machen Dampf

Tradition zum Anfassen: Günther Wagner erläuterte Finn (7), Tillmann (6) und Stine (8) die historische Technik im Mecklenburgischen Eisenbahnmuseum.
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Tradition zum Anfassen: Günther Wagner erläuterte Finn (7), Tillmann (6) und Stine (8) die historische Technik im Mecklenburgischen Eisenbahnmuseum.

Trägerverein des Technikmuseums legt Konzeption zur touristischen Entwicklung des Areals hinter dem Hauptbahnhof vor

svz.de von
11. Dezember 2013, 23:30 Uhr

Der Verein der Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde Schwerin betreibt seit 2006 das Eisenbahn- und Technikmuseum hinter dem Hauptbahnhof. In der ehemaligen Fahrzeugwerkstatt der Friedrich-Franz-Bahn aus dem Jahre 1847 präsentieren sie zehn historische Lokomotiven, darunter Dampf-, Diesel-, und Elektro-Loks und eine Schneefräse sowie mehr als 20 verschiedene Waggons. Die Schienenfahrzeuge sind zum Teil noch betriebsfähig und werden auch zu Sonderfahrten genutzt. In benachbarten Gebäuden sind Eisenbahntechnik, Uniformen und Zubehör der Deutschen Reichsbahn ausgestellt. Eine komplett einsatzbereite Stellwerksanlage gibt Einblick in den einstigen Bahnbetrieb, auch Fahrkartenschalter, Signaltechnik, Weichen und Modelleisenbahnen aus alten Zeiten sind vorhanden und museal aufbereitet.

Doch die vorhandenen Ausstellungsflächen sind zu klein, auch fehlen die für ein modernes Museum zum Standard gehörenden Sanitäranlagen und Veranstaltungsräume. Außerdem sind zahlreiche auf dem Gelände befindliche historische Bauwerke und Anlagen stark sanierungsbedürftig. Deshalb machen die Eisenbahnfreunde nun Dampf. Nachdem sie nach langen und zähen Verhandlungen mit der Bahn endlich vor zwei Jahren die Gebäude und Anlagen auf einer Fläche von rund 40 000 Quadratmetern erwerben konnten, kann nun auch investiert werden. Der Vereinsvorstand hat eine Konzeption zur Entwicklung des Mecklenburgischen Eisenbahn- und Technikmuseums in der Landeshauptstadt erarbeitet und begibt sich nun intensiv und fundiert auf die Suche nach Unterstützern.

Mit einem ersten Zuschuss von der Sparkassenstiftung konnte das Dach der Ausstellungshalle neu gedeckt werden, berichtet Vorstandsmitglied Ulf Bartsch. „Als nächste Schritte stehen die Errichtung sanitärer Anlagen und die Entwicklung des Museums als Veranstaltungsort ganz oben auf der Prioritätenliste“, erklärt Bartsch. Dazu seien einige bauliche Veränderungen notwendig, um Konzerte, Tagungen, Modenschauen oder Firmenpräsentationen in dem historischen Ambiente anbieten zu können. Entsprechende Bauvoranfragen bei der Stadtverwaltung seien bereits gestellt. Werden sie positiv beantwortet, geht die Suiche nach Finanzierungsmöglichkeiten in die heiße Phase.

Für sehr wichtig hält der Verein auch die Erweiterung der Ausstellungsfläche, um den Bestand und Neuzugänge optimal museal präsentieren zu können. Dafür soll der noch nicht eingestürzte Teil des 100 Jahre alten Ringlokschuppens gerettet werden. Geld wird außerdem für die Instandsetzung der Dächer der alten Nebengebäude benötigt, die jetzt die Stellwerkstechnik, die Uniformen, Technik und Dokumente sowie die Werkstätten beherbergen. Für den authentischen Dampflokbetrieb sollen der Wasserkran und die Anlage zur Kleinbekohlung wieder hergerichtet werden, ebenso ein Bahnübergang mit alter Schrankenanlage und Gleise mit historischer Stellwerkstechnik im Originalbetrieb. Handlungsbedarf sehen die Eisenbahnfreunde auch im Eingangsbereich des Areals, damit das Museum auch als solches wahrgenommen wird. Deshalb soll der Zugang historisches Eisenbahnambiente bekommen. Dazu gehören ordentliche Wege, Grünanlagen und Gleisbetten, Sitzmöglichkeiten und ein Fahrradunterstand. Und selbstverständlich müsse sich auch die Ausschilderung und die Außenwerbung deutlich verbessern, betont Bartsch. Längere Öffnungszeiten, mehr Veranstaltungen und Sonderfahrten werden dem Museum künftig erheblich mehr Beucher bringen, ist sich der Vereinsvorstand sicher.

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