zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

24. Oktober 2017 | 09:54 Uhr

Glätte in Schwerin : Eis überrascht Winterdienst

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Glatte Straßen und Gehwege sorgen für Behinderungen im Berufsverkehr – Polizei registriert mehr als 20 Unfälle

von
erstellt am 05.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Durchdrehende Reifen, stecken gebliebene Laster und Rutschpartien auf den Gehwegen – gestern herrschte in und rund um Schwerin überall das gleiche Bild: Über Nacht hatte der Schnee die Straßen in Rutschbahnen verwandelt. Freie Straßen und geräumte Wege? Fehlanzeige. „Obwohl der Schneefall spätestens um Mitternacht endete und bereits Frost einsetzte, zeigten sich die Räumfahrzeuge erst in den frühen Morgenstunden. Bei Eintritt des morgendlichen Berufsverkehrs waren folglich selbst die Hauptstraßen großflächig vereist und die Verkehrsteilnehmer mit der gefährlichen Situation alleingelassen“, beklagt unser Leser Björn Schugardt.

Nach Polizeiangaben gab es in der Nacht zu Donnerstag insgesamt 21 Unfälle. „Glücklicherweise wurde dabei nur Blech in Mitleidenschaft gezogen. Personen wurde nicht verletzt“, sagte Polizeisprecher Marcus Oehlert. Alle Unfälle seien witterungsbedingt passiert, der Großteil wären Auffahrunfälle gewesen.

Von „grenzwertiger Räumung“ und „teilweise chaotischen Zuständen“ im Morgenverkehr spricht Nahverkehrs-Geschäftsführer Norbert Klatt. Auf allen Buslinien habe es zwischen 6 und 9.30 Uhr Verspätungen gegeben – durchschnittlich 30 Minuten. „Wir haben drei zusätzliche Busse eingesetzt, um das auszugleichen. Um 10 Uhr waren wir wieder im Plan“, so Klatt. In Friedrichsthal und Neumühle, an den Auf- und Abfahrten zur Umgehungsstraße, standen Busse im Stau. Der Straßenbahnverkehr war nicht beeinträchtigt.

Zuständig für den Winterdienst sind die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen, SDS. Deren Chefin Ilka Wilczek verteidigt sich: „Wir waren von 21 Uhr an mit neun Fahrzeugen in Schwerin unterwegs.“ Der Schnee wurde beiseite geschoben und es wurde Salz gestreut. „Da war der Boden aber noch nicht gefroren.“ Der Frost ging erst in der Nacht in den Boden. Als der Winterdienst dann von 4 Uhr an wieder als erstes auf den Hauptstraßen im Einsatz war, hatte er es mit einer etwa einen Zentimeter dicken Eisschicht zu tun. „Die kann nicht abgeschoben werden und das gestreute Salz muss erst von den Autos eingefahren werden“, sagt Wilczek. Der für die SDS zuständige Dezernent Bernd Nottebaum erhielt gestern persönlich auch „sehr viele Beschwerden“ über den Winterdienst. „Wir werden den gestrigen Einsatz kritisch auswerten“, erklärte Nottebaum.

Eis gab es auch auf den Straßen im Schweriner Umland. Die Mitarbeiter des Straßenmeistereien waren ebenfalls seit 3 Uhr im Einsatz. Dass es auf den Bundes- und Landesstraßen teilweise Schneeglätte gab und noch gibt, sei normal, sagt Dietmar Greßmann, Dezernatsleiter im Straßenbauamt Schwerin. Zwar gab es gestern Früh in der Außenstelle Consrade einen kurzzeitigen Ausfall von zwei der fünf Räumfahrzeuge, doch das Problem konnte schnell behoben werden, sagte er.

Die Mitarbeiter der Meistereien würden regelmäßig die Oberflächentemperatur der Straßen messen und so auch die Salzmenge anpassen. „Sie liegt bei 20 Gramm pro Quadratmeter, dem Höchstmaß“, so Greßmann. Auch die Mitarbeiter in den Kreisstraßenmeistereien seien pausenlos im Einsatz. gewesen, Autofahrer bitten sie um Rücksicht: „Sie sollten Streufahrzeuge nicht überholen. Die Räumschilder sind sehr breit und schwer. Das Fahrzeug reagiert dementsprechend träge und das kann gefährlich werden“, sagt Andreas Bonin, Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen