Schweriner Kitas vorgestellt : Eintauchen ins Sprachen-Bad

Mehrsprachig und multikulti: Bei den „Future Kids“ gibt es keine Verständigungsprobleme.
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Mehrsprachig und multikulti: Bei den „Future Kids“ gibt es keine Verständigungsprobleme.

Schwerin hat eine breite Auswahl an Kindergärten mit unterschiedlichen Besonderheiten – heute: die bilinguale Kita „Future Kids“

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18. Mai 2017, 23:23 Uhr

Der Ansturm auf Kindergartenplätze in Schwerin ist so groß wie selten zuvor – und das pädagogische Angebot inzwischen riesig. Rund 40 Kitas offerieren Kinderbetreuung mit ganz verschiedenen Schwerpunkten. Seit Kurzem können Eltern über das Kita-Portal der Stadt online nach freien Plätzen suchen. SVZ stellt in dieser Woche Schweriner Kitas vor. Heute: die zweisprachige Kita „Future Kids“ in der Eulerstraße.

„Stand up, please. We want to dance now,“ sagt Monica Nyambare zu den Kindern, die um sie herum im Kreis sitzen. Sofort stehen sie auf, fangen an zu tanzen. Jeder der Kleinen versteht die gebürtige Kenianerin, die auch am Arbeitsplatz die Amtssprache ihrer Heimat, nämlich Englisch, spricht und seit einigen Jahren Erzieherin in der Kita „Future Kids“ ist. Die meisten Kinder antworten indes auf Deutsch. Das sei völlig okay und gewollt so in der einzigen zweisprachigen Kita der Landeshauptstadt, sagt deren Leiterin Heike Ihde. Hier geht es ums Eintauchen ins „Sprachbad“, in der Fachsprache „Immersion“ genannt. Sieben der insgesamt 26 Erzieher sprechen den ganzen Arbeitstag über nur Englisch – mit den Kollegen, mit den Kindern, mit den Eltern. Dabei wählen sie oft einfache Worte, beschreiben, was sie möchten, auch mal mit Gesten und Bildern.

178 Kinder werden in der Kita „Future Kids“ betreut, gleich nebenan befindet sich die Grundschule am Mueßer Berg. Vom „Campus“ wird hier gerne gesprochen – zumal auch das private Pädagogium in Sichtweite liegt. Sowohl Grundschul-Hort als auch „Future Kids“ gehören zur städtischen Kita gGmbH, 26 Erzieher kümmern sich um beide Objekte. Regelmäßig Englisch wird aber nur in der Kita gesprochen.

2011 öffnete die Kita, ein spektakulärer Ersatz für die maroden Häuser von „Spatzennest“ und „Kita Petermännchen“. Entworfen hat sie Architekt Joachim Brenncke, finanziert wurde sie zum Großteil aus Mitteln des Konjunkturprogramms. Vier großzügige Flachbauten reihen sich aneinander, jeder in einer anderen Farbe, alle licht und weit. Das gelbe Haus ist für die Krippenkinder reserviert, es folgt das graue Gebäude mit dem Saal für Gemeinschaftsveranstaltungen sowie dem Kinder-Restaurant. Dort gibt es auch einmal die Woche ein Elterncafé. Im blauen und grünen Haus sind die älteren „Future Kids“ untergebracht.

Nach anfänglicher Skepsis hat sich das Konzept der Zweisprachigkeit bewährt, der Andrang auf die Kita-Plätze ist groß. Viele Kinder lernen hier mit Englisch sogar schon die dritte Sprache. Denn Mädchen und Jungen aus mehr als zehn Nationen besuchen die „Future Kids“. Sie kommen aus den Niederlanden, Litauen, Ungarn, Mazedonien, Albanien, Syrien, der Türkei, Afghanistan, Somalia und Ghana. „Wichtig ist aber, dass sie eine klare Muttersprache haben, die ihre Eltern fließend beherrschen und mit ihnen zu Hause sprechen“, betont Heike Ihde. Die anderen Sprachen, also Deutsch und Englisch, lernen sie dann in der Kita.

Neben den typischen Kita-Angeboten gibt es bei den Future Kids noch eine große Drummer-Gruppe, einen Chor und Cheerleader. Außerdem ist die Einrichtung eine „Papilio-Kita“ und gehört zum Haus der kleinen Forscher. Auch individuelle Förderung wird angeboten.

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