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Zeitung für die Landeshauptstadt

12. Dezember 2017 | 13:30 Uhr

Schädlinge : Einsatzplan gegen Raupen in Arbeit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im Kreis Ludwigslust-Parchim werden Bakterien gegen den Eichenspinner von Hubschraubern versprüht. Schwerin setzt auf Absaugen

svz.de von
erstellt am 11.Apr.2014 | 23:03 Uhr

Obwohl dem letztjährigen Lufteinsatz gegen den Eichenprozessionsspinner eine 95-prozentige Erfolgsquote bescheinigt worden war, soll er jetzt in ähnlichem Umfang wiederholt werden. „Zweigproben haben ergeben, dass noch Gelege da sind“, erklärte Dr. Ute Greitens, Fachdienstleiterin Gesundheit beim Landkreis Ludwigslust-Parchim bei einer Pressekonferenz. Der nochmalige Sprüheinsatz solle den nachhaltigen Erfolg der Aktion sichern. Versprüht wird wie im Vorjahr das Bakterium Bacillus thuringiensis. Diesmal heißt das Mittel nicht Dipel ES, sondern Foray ES. „Das Mittel ist von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zugelassen“, betonte Dr. Greitens. Das Biozid „Karate“ soll dagegen nicht wieder zum Einsatz kommen.

Im Wesentlichen werden die gleichen Flächen wie im Vorjahr beflogen. Welche Strecken es sein werden, wird derzeit mit den örtlichen Ordnungsbehörden abgestimmt. „Genaues kann man erst nach der Beratung mit dem Landkreis sagen“, erklärte Wolfgang Utecht, Amtsleiter in Ludwigslust-Land. „Leider ist sie wieder verschoben worden.“ Rund 20 000 Euro sind für die Raupenbekämpfung aus der Luft und vom Boden aus allein in diesen Amtshaushalt eingestellt worden. Ein Problemfall ist Wöbbelin, wo viele Eichen an der B 106 stehen. Wenn die – wie im Vorjahr – nicht behandelt werden, sei der Effekt der Aktion relativ gering, so Utecht. Christopher Pöschke, Fachdienstleiter Recht beim Landkreis, erklärte dazu: „Ich gehe davon aus, dass das Straßenbauamt und das Land ihren Verpflichtungen nachkommt und dort bekämpft, sofern die Bäume befallen sind.“

Der Naturschutzbund ist gegen den Biozideinsatz aus der Luft über Wäldern und Alleen. „Damit werden andere Insekten vernichtet“, sagte Manuela Heberer vom Nabu. In Siedlungsgebieten, wo Menschen mit den Raupenhaaren in Berührung kommen können, sollten mechanische Verfahren bevorzugt, chemische Mittel nur im Ausnahmefall eingesetzt werden.

In diesem Jahr ist der Eichenprozessionsspinner zudem ein Thema in Schwerin. Die am Faulen See entdeckten Nester des Falters (SVZ berichtete) sind Altnester. Ob Bäume aktuell vom Eichenprozessionsspinner befallen sind, ist derzeit nicht zu erkennen, heißt es aus der Stadtverwaltung. Erst wenn mit dem Blattgrün die prozessierenden Raupen schlüpfen, sei eine effektive Bekämpfung möglich. Sowohl die Altnester als auch jungen Raupen sollen in Schwerin im Absaugverfahren entfernt werden – von einer Spezialfirma. Der Einsatz von Hubschraubern ist in der Stadt nicht vorgesehen.

Die Grundstückseigentümer sind verpflichtet, ihre Eichen auf einen möglichen Befall mit dem Eichenprozessionsspinner zu kontrollieren und den sofort dem Amt für Ordnung unter der Telefonnummer 545-1830 zu melden, teilt die Stadt mit. Die Grundstückseigentümer sind auch für die Bekämpfung verantwortlich.

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