zur Navigation springen

Annette-Köppinger-Preis : Einsatz für Flüchtlinge gewürdigt

vom

Die Landeshauptstadt Schwerin hat auf einem Festakt am Tag der Deutschen Einheit den "Annette-Köppinger-Preis für Integration und Menschlichkeit" vergeben. Der Preis geht in diesem Jahr an Ulrike Seemann-Katz.

svz.de von
erstellt am 04.Okt.2012 | 10:10 Uhr

Altstadt | Die Landeshauptstadt hat auf einem Festakt am Tag der Deutschen Einheit den nach der ersten Ausländerbeauftragten Schwerins benannten "Annette-Köppinger-Preis für Integration und Menschlichkeit" vergeben. Der Preis geht in diesem Jahr an die Vorsitzende des Flüchtlingsrates MV, Ulrike Seemann-Katz.

"Die Preisträgerin setzt sich mit großem bürgerschaftlichen Engagement und steter Beharrlichkeit für Menschen mit Migrationshintergrund ein und tritt offensiv für Demokratie und gegen Fremdenhass, Homophobie und national verklärte, rechtsextreme Weltbilder auf. Dies tut sie als Vorsitzende des Flüchtlingsrates MV, im Netzwerk Migration Schwerin, im Begleitbeirat für die Umsetzung des Integrationskonzeptes der Landeshauptstadt sowie als Vorstandsmitglied des Awo-Kreisverbands Schwerin-Parchim, wo sie für Integration zuständig ist", so der Vor sitzende der Preisjury, Stadtpräsident Stepha n Nolte. Als langjährig engagiertes Mitglied des Flüchtlingsrates MV entwickelte Ulrike Seemann-Katz das pä dagogische Planspiel "Flüchtling für einen Tag", das in diesem Jahr bereits zum dritten Mal auf der Insel Kaninchenwerder stattfand. Das Projekt ermöglicht es Jugendlichen ab Klassenstufe 9, sich durch authentisches Erfahrungslernen in die Situation von Flüchtlingen zu versetzen und bewirkt darüber hinaus eine hohe Nachhaltigkeit, weil vielfältige Akteure aus Schulen und Vereinen Schwerins in die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung eingebunden sind.

Die Jury hatte es nicht leicht: 23 Vorschläge wurden eingereicht. Über drei Vorschläge wurde besonders lange diskutiert. Neben der Preisträgerin waren die Initiative "100 Frauen schwer in" und Christine Kindt ehrenswert. Der Fridericianum-Lehrerin Kindt gelingt es seit Jahren, ihre Schüler zur Arbeit an historischen Projekten zu motivieren und sie bei dieser Arbeit anzuleiten und zu begleiten. So war sie mit ihrer Klasse in der Ini tiative Stolpersteine tätig. Die Initiative "100 Frauen schwer in" war vom Frauenbündnis aus Anlass des 100. Internationalen Frauentages 2011 ins Leben gerufen worden. Die Idee bestand darin, weibliches Ehrenamt in allen Facetten sichtbar zu machen.

Begleitet wurde der Festakt im Staatstheater durch den Schweriner Gospelchor, der schwungvoll und begeisternd Ausschnitte aus seinem Repertoire zeigte. Mit einer beeindruckenden Rede hatte zudem Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow den Tag der Deutschen Einheit gewürdigt und dabei einen gelungenen Spagat zwischen einem fast schon staatstragenden Auftritt als Verwaltungschefin einer Landeshauptstadt und deutlicher Systemkritik einer Linkspolitikerin gewagt - und gekonnt gemeistert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen