Muchelwitzer Buchen-Dschungel : Einsame Buchen verwundern Leser

An dieser engen Stelle mussten einige Bäume weichen. Zwei Buchen blieben.
Foto:
1 von 2
An dieser engen Stelle mussten einige Bäume weichen. Zwei Buchen blieben.

Landesforst lässt Bäume zwischen Kladow und Muchelwitz abnehmen – nur die Guten dürfen bleiben

von
17. Mai 2017, 23:54 Uhr

Er ist weg, der dichte Buchen-Dschungel entlang des Kreisstraße zwischen den Orten Kladow und Muchelwitz. Viele Autofahrer freut dies, denn nun ist mehr Licht auf der Straße. Doch es gab auch kritische Töne. So fragte ein Leser am Heißen Draht der SVZ, warum ausgerechnet an der schmalsten Stelle, zwei Bäume stehen geblieben sind. Gädebehns Forstamtsleiter Ingo Nadler hat darauf eine klare Antwort. „Sie wachsen gerade nach oben und stören nicht das Lichtraumprofil der Straße.“ Denn zweimal im Jahr sei der Waldeigentümer verpflichtet, die Bäume zu kontrollieren, die an öffentliche Wege und Plätze angrenzen.

In diesem Fall machen das Nadlers Kollegen für den Bereich entlang der Kreisstraße bei Muchelwitz – dieser Wald gehört der Landesforst. Bereits vor einigen Wochen war deshalb schwere Technik angerückt. „Es gab einen dichten Bestand an jungen Buchen, Birken, Kiefern und Pappeln. Alle seien sie zum Licht gewachsen und bald zum Problem für die Verkehrsteilnehmer geworden. „Wir haben uns deshalb entschieden, nicht jedes Jahr nur ein paar Bäume abzunehmen, sondern es einmal gründlich zu bereinigen“, erläutert Ingo Nadler und schiebt hinterher: „Alles, was schräg stand, kam weg.“

Zwei Tage lang habe der Harvester die größten Exemplare für Bauholz in die entsprechende Form gebracht. Anschließend gab es einige Selbst-Werber, die sich der verbliebenen Stücke angenommen haben. „Und das, was noch übrig war, wird nach und nach weggeholt“, sagt der Forstamtsleiter und verweist zugleich darauf, dass dafür eine Absprache mit dem Revierförster nötig ist. „Es ist zwar Staatsforst und für alle zugänglich, doch einfach bedienen, das geht nicht“, betont der Förster.

Das Waldgesetz für Mecklenburg-Vorpommern regelt auch diese Sache ganz deutlich: „Holz darf im Staatswald für den eigenen Bedarf gesammelt werden, wenn es sich um zu Boden gefallenes, dürres oder angefaultes Holz unter zehn Zentimeter Durchmesser handelt“, heißt es in Paragraf 31. Und Nadler betont noch einmal, dass es lediglich im Wald gestattet ist, der eben nicht in Privatbesitz ist. Er weiß, dass gelegentlich Autofahrer dort anhalten, um mit kleinen Sägen etwas für den Eigenbedarf einzusammeln. „Ich kann nur immer wieder betonen: Mit dem Revierförster reden, und es gibt keine Probleme.“ In den nächsten Tagen würde noch einmal Technik anrücken, um bei den übrigen Bäumen entlang der Wegstrecke die Quer-Äste abzunehmen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen