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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 07:35 Uhr

Schweriner Kioske : Einkaufen bis kurz vor Mitternacht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kiosk statt Discounter – Schweriner setzen auf Tradition: Gegenüber vom Hauptbahnhof hält Esmet Ejeh in seinem „Candy Shop“ alles für den Alltag bereit

svz.de von
erstellt am 18.Jul.2017 | 23:10 Uhr

Tante-Emma-Laden, Büdchen um die Ecke oder einfach nur Kiosk – für kleine Läden gibt es viele Namen. Früher prägten die kleinen Verkaufsstellen vielerorts das Stadtbild, heute gibt es nicht mehr viele davon. In der Landeshauptstadt führen aber einige Verkäufer die Tradition der Kioske fort. Heute spricht Esmet Ejeh von „Candy Shop“ über den Schritt in die Selbstständigkeit – und Berliner Läden als Vorbild.

Sorgfältig räumt Esmet Ejeh die Zigaretten ins Regal. Als ein Kunde zur Tür hereinkommt und einen Cappuccino bestellt, drückt er ein paar Knöpfe auf der Kaffeemaschine. „Wenn der fertig ist, können Sie den Becher einfach rausnehmen“, sagt er. Der Kunde nickt und wartet geduldig, ein lockeres Gespräch über das Wetter entsteht. Es geht freundschaftlich zu, hier im „Candy Shop“ am Grunthalplatz. Ende 2015 hat Ejeh den Spätverkauf eröffnet, seitdem sein Sortiment vergrößert. „Angefangen haben wir mit einem halben Regal der gängigsten Zigarettenmarken. Nach und nach haben meine Kunden dann gesagt, was sie gern hätten“, erzählt der 23-Jährige. „Das habe ich dann aufgeschrieben und beim nächsten Mal mitbestellt.“

Genau wie das Sortiment wächst auch Ejehs Erfahrung von Tag zu Tag. „Am Anfang war es natürlich schon ein großer Schritt, selbstständig zu sein. Aber die Risiken habe ich gern in Kauf genommen“, sagt der gebürtige Syrer, der seit mehr als 20 Jahren in Deutschland lebt und hier auch zur Schule ging.

Dabei war Ejehs Plan ursprünglich ein anderer: „Am liebsten hätte ich ja einen mobilen Dönerladen aufgemacht“, erzählt Esmet Ejeh. „Ich hatte sogar schon einen Verkaufswagen. Doch dann habe ich den Stellplatz nicht bekommen.“ Deswegen habe er sich kurzerhand umentschieden und am Grunthalplatz einen eigenen Laden eröffnet. „Meine Verwandten besitzen in Berlin ähnliche Spätverkäufe. Da funktioniert das wunderbar“, erzählt der 23-Jährige. Doch in der Landeshauptstadt seien viele noch nicht daran gewohnt, in der Dunkelheit noch einkaufen zu können.

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