Weihnachten in Schwerin : Eine Zeit für Herz und Seele

Ein gutes Olivenöl als Weihnachtsgeschenk für die Verwandten: Faris Majid berät seine Kundin Ute Piesold in seinem Laden in Görries.
Ein gutes Olivenöl als Weihnachtsgeschenk für die Verwandten: Faris Majid berät seine Kundin Ute Piesold in seinem Laden in Görries.

Wie feiern Schweriner aus anderen Ländern Weihnachten? Heute: Faris Majid aus dem Irak verbringt das Fest mit Verwandten

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20. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Tannenbaum, Geschenke, Ente oder Gans, vielleicht noch ein Besuch in der Kirche und ganz viel Familienzeit – für zahlreiche Schweriner sehen so die Weihnachtstage aus. Doch in der Landeshauptstadt leben auch viele Menschen, die die festlichen Tage anders verbringen und das aus unterschiedlichen Gründen. Heute erzählt Faris Majid aus dem Irak, wie er Weihnachten feiert.

„Einmal im Jahr lege ich Oliven, Champignons und Paprika in einer besonderen Lake ein mit Kardamom, Zimt, etwas Basilikum und Honig“, sagt Faris Majid. „Das schmeckt und riecht nach Weihnachten.“ Er betreibt in einem Supermarkt in Görries einen kleinen Laden mit orientalischen Spezialitäten, den er mit einem Adventskalender und Girlanden in rot und grün passend zum Fest geschmückt hat. Seit 15 Jahren steht er hinter der Theke, lebt seit mehr als 20 Jahren in Schwerin. Denn eigentlich kommt Faris Majid aus dem Irak.

„Wenn ich an Weihnachten denke, kommen Erinnerungen bei mir hoch“, erzählt der 54-Jährige, der keiner Religion angehört. „Es ist einfach jedes Jahr eine schöne Zeit.“ Er mag es, wenn an Kinder und ältere Menschen gedacht wird, wenn die ganze Familie zusammen kommt. „Diese Zeit ist wichtig für das Herz und die Seele – unabhängig vom Glauben.“ Schon in der Schule habe er mit seinen Kameraden unterschiedlicher Glaubensrichtungen gemeinsam die Weihnachtszeit gefeiert. Heute will der Iraker Heiligabend für die Feiertage zu seinen Verwandten nach Stuttgart fliegen.

„Natürlich esse ich auch Ente“, sagt Faris Majid. „Die bereite ich allerdings ein bisschen anders zu, ich habe zahlreiche Rezepte aus der Heimat.“ Ebenso wie das Essen für die große Silvesterfeier. „Den Tag verbringe ich mit zwei deutschen und zwei russischen Familien – manchmal bis um vier Uhr nachts.“ Jeder steuere dann etwas zum Büfett bei, er selbst bringe meist Gerichte aus dem Irak mit und natürlich Delikatessen aus seinem Laden wie eingelegte Oliven, Champignons oder Schafskäse. „Ich mache auch noch einen Apfel-Salat, arbeite viel mit landestypischen Kräutern und verwende gerne Rote Bete.“ Für seine Stammkunden hat der Iraker sogar extra eine Weihnachtspaste angefertigt: Frischkäse mit Honig und Walnüssen. Etwas Irak für das deutsche Festmahl.

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