Nach Großbrand in Schwerin : Eine wirklich schöne Bescherung

Freuen sich über die Hilfsbereitschaft: Wencke Schaffrin, Dannie Schilff und Dirk Burmeister (M.). In der Nacht zum 26. Oktober brannte sein Haus samt Motorrad-Werkstatt in der Innenstadt aus.
Freuen sich über die Hilfsbereitschaft: Wencke Schaffrin, Dannie Schilff und Dirk Burmeister (M.). In der Nacht zum 26. Oktober brannte sein Haus samt Motorrad-Werkstatt in der Innenstadt aus.

Nach dem Großbrand in seiner Werkstatt bangte Dirk Burmeister um seine Existenz, doch viel Solidarität macht ihm Mut zum Neustart

svz.de von
30. November 2015, 16:32 Uhr

Was Dirk Burmeister passiert ist, hat das Zeug zu einer perfekten Vorweihnachtsgeschichte. Viel Dramatik, noch mehr Nächstenliebe und ein Happy End erlebte der 49-Jährige in den vergangenen Wochen. Vor knapp vier Wochen brannten seine Werkstatt mit knapp 50 Motorrädern und sein Haus am Platz der Jugend aus. Als er am Morgen in die Trümmer trat, glaubte er, seine Existenz sei für immer ruiniert. Heute kann der Motorrad-Freak schon wieder lachen. „Ich habe so viel Hilfe und Zuspruch erfahren – das macht mir Mut weiterzumachen“, sagt der Schweriner. „Ich werde das Haus sanieren und mein Geschäft dort wiedereröffnen – neuer und schöner.“

Zurzeit sieht es dort noch aus wie kurz nach dem verheerenden Feuer. Wegen ausstehender Gutachten ist es noch nicht zur „Beräumung“ freigegeben. „Jeden Tag kommen hier andere Sachverständige, von Polizei, Versicherung oder Bauamt.“ Fest steht aber schon: Der Brand, der mit mehr als 2000 Grad zu den heißesten gehören soll, die es je in Schwerin gab, war durch einen technischen Defekt entstanden. In den lodernden Flammen waren Motorräder „geschmolzen wie Rührei“, Werkzeug verbrannt, die Wohnung im Obergeschoss ruiniert. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund eine Million Euro.

Dirk Burmeister lebt für seine Motorräder. Der mehrfache Motocross-Meister fuhr aktiv von 1980 bis 1996, heute unterstützt er Fahrer aus der ganzen Welt. Und es scheint, als käme aus der ganzen Welt Solidarität zurück. Kollegen veranstalteten Benefiz-Rennen für ihn und als Tochter Wencke Schaffrin die Firma Hazet anschrieb und die Geschichte des Brandes erzählte, erklärte die Firma aus Remscheid sich spontan bereit, „Papa“ zu helfen: Sie schenkte ihm einen Werkstattwagen. Der Hazet-Wagen, den sich Dirk Burmeister zum 20-jährigen Firmenjubiläum gegönnt hatte, war nämlich ebenfalls Opfer der Flammen geworden.

„Ich kann wohl nicht alles falsch gemacht haben“, sagt Dirk Burmeister gerührt angesichts der vielen Hilfe und gibt seiner Tochter – Kriminalkommissarin in Elternzeit – einen dicken Kuss. Zurzeit ist der 49-Jährige wieder bei Mutti in Mueß in sein altes Zimmer eingezogen, hat ein kleines Büro eingerichtet, benutzt im Keller Papas alte Werkstatt. Die Versicherungen geben inzwischen positive Zeichen. In all der Aufregung hat Dirk Burmeister schon Zeit für „ein ganz normales Wochenende“ gehabt: Er ist mit seinem zwölfjährigen Sohn Erik in den Harz gefahren – zum Motocross.

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