Paulshöhe im Blickpunkt : Eine Stimme gab den Ausschlag

Das Tor zum Sportplatz Paulshöhe wird irgendwann dauerhaft geschlossen, die Anlage soll verkauft werden. Was dann aus dem Areal wird, steht noch nicht fest.
Das Tor zum Sportplatz Paulshöhe wird irgendwann dauerhaft geschlossen, die Anlage soll verkauft werden. Was dann aus dem Areal wird, steht noch nicht fest.

Paulshöhe: Stadtvertreter lehnten Erhalt der Sportstätte ab. Der Weg für den Verkauf des Areals ist jetzt frei.

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12. Dezember 2017, 21:00 Uhr

Selten wurde eine Diskussion in der Stadtvertretung so emotional geführt, wie die um die Zukunft des Sportplatzes Paulshöhe. Am Ende konnten sich die Anhänger der Sportanlage aber nicht durchsetzen. Mit der äußerst knappen Mehrheit von nur einer Stimme lehnten die Kommunalpolitiker einen Einwohnerantrag ab, der den Erhalt der Sportstätte forderte. Damit gilt: Die Paulshöhe wird von der Stadt aufgegeben.

Einen solchen Beschluss gab es vor sieben Jahren schon einmal. Doch daran müsse man sich nicht halten und wir können jetzt anders entscheiden, meinten Linken-Fraktionschef Henning Foerster und ASK-Vertreter Karsten Jagau. Die Sportstätte werde gebraucht. Die 2700 Unterschriften unter dem Einwohnerantrag seien ein „starkes Zeichen an die Politik“, so Foerster. Dass knapp vier Millionen Euro aus einem geplanten Verkauf der Fläche nicht in die Stadtkasse kommen, dürfe „nicht der Maßstab für die Stadtvertreter sein“. AfD-Vertreterin Petra Federau war auch der Meinung, dass die Verkaufssumme das „Stadtsäckel nicht wesentlich entlastet“. Sie verwies darauf, dass die Sportanlage knapp 100 Jahre alt sei. Käme sie weg, sei das „beispielhaft für den Umgang mit Geschichte“ in der Stadt.

Sebastian Ehlers, Fraktionsvorsitzender der CDU, verwies auf den vor sieben Jahren gefassten Beschluss zur Paulshöhe, der mit nur zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung durchgegangen war. Dass die Linke jetzt ihre Haltung geändert habe, geschehe nur aus „taktischen Gründen“. „Es geht um Verlässlichkeit und Vertrauen.“ Außerdem müssten die Befürworter des Erhalts der Sportstätte sagen, woher die 5,7 Millionen Euro für die Sanierung kommen sollen.

Sportdezernent Andreas Ruhl verwies auf das beschlossene Haushaltssicherungskonzept der Stadt. Darin sei der Verkaufserlös fest eingeplant. „Kommt das Geld nicht, wird die Kommunalaufsicht die Kreditgenehmigung für die Stadt kürzen.“

SPD-Fraktionschef Daniel Meslien kritisierte Karsten Jagau: „Sie erwecken den Eindruck, es gäbe eine breite Volksbewegung für die Paulshöhe. Letztlich haben 85 000 Schweriner den Einwohnerantrag aber nicht unterschrieben.“ Er bemängelte, dass sich bei Sitzungen der Fachausschüsse zu dem Thema kein Vertreter der Initiative für die Paulshöhe habe blicken lassen. Meslien wies darauf hin, dass noch nicht klar sei, was mit der Fläche geschehen soll. „Ein Bebauungsplan steht derzeit nicht auf der Tagesordnung.“

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