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Hinter Schweriner Türen : Eine Schatzkammer voller Grafiken

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Blick hinter verschlossene Türen in der Landeshauptstadt – heute: Das Kupferstichkabinett im Staatlichen Museum

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2017 | 08:00 Uhr

Ob große Holztüren oder schwere Eisenportale, kleine Luken oder automatische Glastüren – in der Stadt gibt es zahllose Eingänge an öffentlichen Orten. Doch nicht immer dürfen Schweriner einfach so hineingehen, meist liegen die Räume dahinter im Dunkeln. Dabei verbirgt sich die eine oder andere Überraschung hinter den verschlossenen Türen in der Landeshauptstadt wie im Staatlichen Museum, wo sich die Depoträume des Kupferstichkabinetts befinden.

Wer einen dunklen Raum mit grauen Aktenschränken wie in einem Archiv erwartet, wird enttäuscht. Die drei Depots in der weißen Villa, wo das Kupferstichkabinett des Staatlichen Museums untergebracht ist, sind hell und groß, haben eine stuckverzierte Decke, einen Holzfußboden. In Holz-Schränken lagern die Kostbarkeiten, die Türen sind mit den Plakaten vergangener Museums-Ausstellungen verziert. „Unsere Besucher sind meist überrascht, wenn sie einen Blick in die Räume werfen“, erzählt Volker Grießing, Sammlungsverwalter des Kupferstichkabinetts.

Knapp 60 000 Einzelblätter der grafischen Sammlung des Museums liegen hier. Im Studiensaal können sich Interessierte, wie Forscher, die Arbeiten berühmter Künstler wie Rembrandt, Dürer oder Cranach anschauen. Volker Grießing sucht mittels einem elektronischen System oder per Karteikarte die gewünschte Grafik heraus, die sich unter Verschluss in den Depots befinden. „Diese Schatzkammern sind ein hochsensibler Bereich“, erklärt der Sammlungsverwalter. „Hier herrschen besondere Bedingungen wie Helligkeit für die Grafiken.“ In den drei Depots – für Handzeichnungen, Grafiken und gerahmte Werke – wird ständig das Klima überwacht, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 55 Prozent, wenn nicht, springt der Luftbefeuchter an.

Die Werke in den Schränken sind nach Themen sortiert, abgelegt nach den Künstlern in Kartons. Zwischen den Arbeiten liegt ein Seidenpapier zum Schutz. Volker Grießing, der neben der Leiterin Dr. Kornelia Röder einen Schlüssel besitzt, zieht sich weiße Handschuhe an und zeigt ein Werk von Rembrandt. „Im Depot für die Grafiken haben wir außerdem drei Schränke gefüllt mit 115 Büchern aus der herzoglichen Bibliothek“, erzählt er.

Eigentlich haben Besucher keinen Zugang zu den Depots des Kupferstichkabinetts , doch am neunten Wochenende der Grafik am 11. und 12. November öffnen alle Räume in der weißen Villa des Staatlichen Museums ihre Türen von 11 bis 17 Uhr.

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