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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 03:01 Uhr

Prädikat: Hervorragend : Eine Händlerin mit Herzblut

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jane Kaniesers „littera et cetera“ ist nominiert für den Deutschen Buchhandelspreis 2016 und darf sich jetzt „hervorragend“ nennen

von
erstellt am 06.Sep.2016 | 08:00 Uhr

Ehre für „littera et cetera“: Die Schweriner Buchhandlung von Jane Kanieser gehört zu den Nominierten für den Deutschen Buchhandlungspreis 2016. Die Jury unter Vorsitz von Iris Radisch wählte unter 500 Bewerbern insgesamt 118 aus. In MV gibt es nur fünf Nominierte. Ein Geldpreis von 7000 Euro und das Gütesiegel „hervorragende Buchhandlung“ sind Jane Kanieser jetzt schon sicher. Am 5. Oktober werden in Heidelberg die Preise verliehen und die Besten bekannt gegeben – die erhalten 15 000 beziehungsweise 25 000 Euro und sind bisher noch geheim.

„Ich suche ein Buch für eine Elfjährige, die gut liest, aber leider nicht viel.“ Wer zu Jane Kanieser in die Schliemannstraße 2 kommt, hat oft ein konkretes Anliegen. „Das Blubbern vom Glück“ von Barry Jonsberg zieht die Chefin aus dem Regal, das sei wunderbar, auch ihre Tochter habe es gerne gelesen. Die Kundin strahlt und Jane Kanieser auch. Denn wenn sie über Bücher sprechen kann, ist sie ganz in ihrem Element. Lesen ist für sie nicht nur ein wichtiger, sondern auch ein geliebter Bestandteil ihres Berufslebens. „Bis heute ist es für mich eine beglückende Tätigkeit“, sagt Jane Kanieser. Gelernt hat sie ihren Beruf übrigens in Sondershausen, studierte anschließend in Leipzig Bibliothekswesen. Vor 20 Jahren hat sie die Buchhandlung „littera et cetera“ in Schwerin übernommen. Die gehört zum Ensemble des Schleswig-Holstein-Hauses, war wenige Jahre zuvor im grundsanierten Kulturzentrum eröffnet worden.

Die Regale von damals stehen noch im Laden, sorgen für ein gemütliches Ambiente. Jane Kanieser läuft nicht jedem Trend hinterher, sie setzt auch auf Tradition. Das scheint ein gutes Mittel zu sein gegen immer neue Mächte, die kleine, unabhängige Buchhändler bedrohen: „Zuerst waren es die großen Ketten, jetzt ist es das Internet“, sagt Jane Kanieser. Natürlich würde sie die Konkurrenz spüren, aber so lange es die Buchpreisbindung gibt, schaue sie optimistisch in die Zukunft. Seit einiger Zeit können Kunden bei ihr auch per Internet bestellen, sich das Buch in der Schliemannstraße abholen oder nach Hause schicken lassen. Einige nutzen diesen Service, aber das Hauptgeschäft spielt sich im Laden ab. Auszeichnungen wie der Buchhandelspreis helfen dabei, den Geschäften den Rücken zu stärken und auf ihre besonderen Qualitäten hinzuweisen. Jane Kanieser setzt von Anfang an auf ein gutes literarisches Sortiment, auf besonders schöne Kinder- und Jugendbücher und auf Kunst. Seit 2011 gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Puppentheater von Margrit Wischnewski. Einmal im Monat zeigt sie ein Stück bei „littera et cetera“. In diesem Herbst wollen die beiden Damen gemeinsam bei den Schweriner Literaturtagen mitmachen und „Kinderliteraturtage“ anbieten.

Bücher spielen auch nach Ladenschluss eine große Rolle bei Jane Kanieser. Die Geschäftsbücher muss sie führen und die Bücher, die sie künftig verkaufen will, muss sie lesen. Einen geregelten Feierabend gibt es also nicht. „Schon meine Eltern waren selbstständig, daher kenne ich das Leben von Geschäftsinhabern von klein auf. Die langen Arbeitszeiten stören mich nicht“, sagt sie.

Aktuell ist sie gespannt auf die Leseproben zur Longlist des Deutschen Buchpreises 2016. Natürlich hat sie einige der nominierten Romane im Laden. Empfehlungen hat sie auch: „Besonders freue ich mich für Katja Lange-Müller und Anna Weidenholzer“, sagt Jane Kanieser. „Diese Autorinnen mag ich sehr.“

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