Schlossfestspiele Schwerin : Eine ganze Stadt setzt auf „Aida“

Papiersäulen, eine Trompete, ausgeschnittene Buchstaben: Die Dekoration der „Festatmosphäre“ gefiel der Jury gut.
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Papiersäulen, eine Trompete, ausgeschnittene Buchstaben: Die Dekoration der „Festatmosphäre“ gefiel der Jury gut.

Neue Werbeaktion der Schlossfestspiele mit Gastronomen und Einzelhändlern trägt Früchte und soll fortgesetzt werden

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10. August 2016, 09:00 Uhr

Glaubwürdigkeit, Authentizität und Empfehlungsmarketing – das sind die Schlüsselworte einer neuen Werbeoffensive des Theaters rund um die Schlossfestspiele. Schon im vergangenen Jahr schmückten etwa zehn Einzelhändler ihre Schaufenster individuell mit Szenen zur Oper „La Traviata“, Gastronomen kreierten Menüs und Getränke – in diesem Sommer waren schon doppelt so viele dabei. So wollte man mit den Kunden ins Gespräch kommen über die Schlossfestspiele. Damit sie auch kompetent antworten konnten, durften alle Teilnehmer die Generalprobe von „Aida“ sehen. Das Konzept sei aufgegangen, sagt die Marketing-Leiterin des Staatstheaters Dr. Rita Gerlach-March.

Und Sannah Wagner von der Buchhandlung „Ein guter Tag“ pflichtet ihr bei. Sie habe in den vergangenen Wochen häufig vor allem mit Touristen über „Aida“, das Staatstheater, sein Programm und Schwerin im Allgemeinen geplaudert. Ihr schlicht gestaltetes Aida-Schaufenster erhielt einen der Wochenpreise, die eine Theater-Jury regelmäßig vergab. „Mit der goldenen Silhouette und dem großartigen Bilderbuch war es klassisch schön und reduziert zugleich – das hat allen sofort gefallen“, sagt Gerlach-March.

Manchmal muss man übrigens ganz genau hinsehen, um „Aida“ hinter den Scheiben zu entdecken – genau das sei der Zauber dieser Aktion, sagt die Marketing-Expertin. Die Dekorationen seien individuell, fantasievoll und ehrlicher als die Plakate, die die Gäste schon am Bahnhof und als Überspanner in der City begleiten. Viola Westphal von der „Festatmosphäre“ am Markt hat beispielsweise Säulen aus schwarzem handgeschöpften Papier gestaltet, das Theater-Plakat zerschnitten, Einzelteile aufgeklebt, eine Trompete von zu Hause aufgestellt, ihr Fenster in Gold und Schwarz gehalten. Kleine Deko-Elefanten zieren die Papiersäulen.

„Elefanten waren bei vielen Händlern mit im Bild“, betont Gerlach-March. „Wir sehen das als Zustimmung, die uns nach den vielen E-Mails aus ganz Deutschland gegen den Auftritt des Elefanten sehr gut getan hat.“

Mitgemacht haben unter anderem noch Stein&Design, Pretty woman, Tee&Literatur, Hutsalon Rieger, Fadenlauf, Wohn-Kunst-Galerie, Musikhaus Schwerin, Platon, Duo Fashion, Koppelwieser, Kreativkaufhaus, Wallenstein, La Bouche und Feinspitz.

Indes: Viel mehr Zuschauer als vergangenes Jahr habe es wohl trotz der Aktion nicht gegeben, sagt Dr. Rita Gerlach-March. Doch der Sympathie-Gewinn fürs Theater sei groß, deshalb sollen die Händler und Gastronomen auch nächstes Jahr wieder dekorieren und kochen rund um die „West Side Story“ und New York. Sannah Wagner hat dazu schon einige Ideen.

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