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Kino-start : Eine gänzlich unkomische Parodie auf einen Erfolgsfilm

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im Mega Movies startet „Die Pute von Panem“, den Freunde guter Unterhaltung wirklich nicht sehen sollten

svz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 23:46 Uhr

Zugegeben: Wir haben eine Weile diskutiert, ob man einen Filmtipp geben darf, wenn es letztlich eher ein Anti-Tipp wird. Doch wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es vielleicht hilft, Ärger zu ersparen – Ärger über das hinausgeworfene Geld für eine Kinokarte, über die verschwendete Zeit und über die brutale Vergewaltigung jeglichen guten Geschmacks und film-ästhetischen Empfindens. Deshalb unsere Empfehlung: Schauen Sie sich lieber noch mal das Original an.

Dabei sind Parodien spätestens seit „Scary Movie“ eine ganz feine Sache. Mit Überspitzungen und Anleihen in vielen Filmen lässt sich ein leicht verdaulicher Extrakt zusammenmischen, der neben Kalauern, Brüllern, Schmunzlern und natürlich auch einigen Rohrkrepierern vor allem eines bietet: Gute Unterhaltung.

Mit „Die Pute von Panem“ nehmen Aaron Steltzer und Jason Friedberg den überaus erfolgreichen Erstling der Hungerspiele nach den Romanen von Suzanne Collins auf die Schippe. Besser gesagt, sie versuchen, „Die Tribute von Panem“ zu parodisieren. Dass sie für dieses Genre wenig geeignet sind, haben die beiden in der Vergangenheit schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt: „Meine Frau, die Spartaner und ich“ waren ebenso lieblos inszeniert wie „Beilight – Bis zum Abendbrot“. Ein Wunder also, dass die Universal Studios ihnen dennoch – wenn auch sichtlich billig – die „Pute“ produzierten. Die Handlung orientiert sich grob am Original, wobei Steltzer und Friedberg alles weglassen, was die „Tribute“ ausmachte – Witz, versteckte Satire, Gesellschaftskritik, Spannung. Sie lassen ihre Hauptdarstellerin, die den ganzen Unfug ernsthaft darbietet, von einer Peinlichkeit in die nächste stolpern. Sie muss im Promo-Video für die Spiele mit lautstarken Blähungen kämpfen, während sie ihre Notdurft im Wald vor laufender Kamera verrichtet. Wenn auf sie einschlagende Feuerkugeln nicht ausreichen, schießen die Drehbuchautoren mit Angry Birds auf sie. Kantmiss wird zum blauen Avatar, muss sich Annäherungsversuchen eines Gandalf-Plagiats erwähren und freut sich riesig, dass sogar die kompletten „Expendables“ – lauter wenig ähnelnde Doubles von Stallone & Co umgemäht werden. Ehrlich: Das Beste an diesem „Film“ ist, dass er nach einer Stunde und 20 Minuten vorbei ist. Wer möchte, weil er nicht auf uns gehört hat, kann gern früher gehen. Er verpasst rein gar nichts.

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