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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 22:56 Uhr

Immer cool bleiben: : Eine eiskalte Herausforderung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auch Extremsportler Michael Kruse will am Neujahrstag in Banzkow wieder in den kühlen Störkanal steigen

svz.de von
erstellt am 26.Dez.2014 | 23:35 Uhr

Er ist ein Marathon-Mann, der schon etliche Kilometer auf der chinesischen Mauer machte, unter Tage durch die Stollen des Sonderhausener Salzbergwerks lief und durch die saudi-arabische Wüste Rub’ al Khali eilte. Er ist ein Ironman, der schon fünf Mal beim härtesten Triathlon-Wettbewerb der Welt auf Hawaii an den Start ging. Und er ist ein Ausdauer-Radfahrer, der schon einmal die Vereinigten Staaten von der West- bis zur Ostküste durchquerte. Kurzum: Michael Kruse ist ein Extremsportler. Seit 2010 beginnt der 49-Jährige ein jedes Sportjahr aber mit einer ganz besonderen Herausforderung. Nicht, wie zuvor schon mal in Mexico, in Costa Rica oder in Südafrika, sondern in Banzkow, wo er sich mit vielen anderen Hartgesottenen ins kalte Wasser des Störkanals wagt.

20 bis 30 Sekunden, dann ist alles vorbei. „Ich beeile mich immer, um schnell von der einen zur anderen Uferseite zu kommen“, sagt Michael Kruse. Ein, zwei Grad Wassertemperatur, da ist die Eile nachvollziehbar. Gemeinsam mit Frau Vivi, Sohn Dennis und den Nachbarn Detlef Lembke und Norman Knaak will er am Neujahrstag wieder an diesem Spektakel teilnehmen. „Es ist eine ganz besondere Atmosphäre in Banzkow“, weiß der Schweriner. Hunderte Zuschauer sind dabei und stehen Spalier, wenn die 50 bis 60 Teilnehmer die kleine Treppe zum Stör-Wasser runterlaufen, um auf der anderen Seite wieder an Land zu gehen. „Danach gibt es ein Saunabad und einen Glühwein“, freut sich Michael Kruse jetzt schon auf die Momente danach. Für das Anbaden am Neujahrstag hat der geübte Sportler einen Tipp parat. „Die oberste Regel lautet: Immer ganz ruhig weiter atmen.“

Was passiert mit dem Körper beim Eisbaden? Sobald er in das eiskalte Wasser eintaucht, erfährt er einen starken Temperaturreiz. Abrupt ziehen sich die hautnahen Blutgefäße zusammen, wodurch die Hauttemperatur extrem sinkt. Die Körperkerntemperatur bleibt aber zunächst erhalten. Der Körper passt sich an die neue Situation an, indem er Wärmeenergie produziert. Dadurch weiten sich die Blutgefäße wieder, was manchmal subjektiv als ein plötzlich auftretendes Wärmegefühl wahrgenommen wird. Zugleich wird durch die Verbesserung der Blutzirkulation auch der Kreislauf stabilisiert. Mediziner machen jedoch darauf aufmerksam, dass das Eisbaden nichts für gesundheitlich angeschlagene Menschen ist. Vorsichtshalber wird in Banzkow die Feuerwehr mit einem Boot auf dem Wasser sein, um im Ernstfall helfen zu können.

Um sich auf das Neujahrsbaden vorzubereiten, wird Michael Kruse nach Weihnachten mit seiner Gruppe schon einmal in den Schweriner See zum Vorkühlen steigen. Wer am 1. Januar um 14 Uhr auch in Banzkow ins Wasser gehen will, kann sich noch am Neujahrstag direkt in der Pony-Bar in Banzkow anmelden.

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