Mangas : Eine Botschafterin für Schwerin

Vielseitige Künstlerin: Jennifer Heß zeigt Handzeichnungen für ihren neuen Manga.
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Vielseitige Künstlerin: Jennifer Heß zeigt Handzeichnungen für ihren neuen Manga.

Jennifer Heß zeichnet als Nashi erfolgreich Mangas, die im Schwerin der Zukunft spielen – jetzt kommen sie in Englisch und Spanisch heraus

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05. Juli 2014, 08:00 Uhr

Wenn ihre Protagonisten durch das futuristische Schwerin des Jahres 2031 diverse Abenteuer voller Magie zu bestreiten haben, dann lässt die Künstlerin Nashi sie zwischen detailgetreu gezeichnetem Schloss und Dom entlang stürmen – gleich neben Wolkenkratzern rund um den Marienplatz, die sie in der Architektur der Schweriner Hauptkirche angepasst hat. „Ich liebe es, die Hintergründe zu zeichnen“, sagt Nashi schlicht, die im echten Leben Jennifer Heß heißt und ihr großes künstlerisches Talent bis 2006 an der Schweriner Designschule verfeinert hat. Man merkt ihren Mangas – so heißen die typischen japanischen Comics – ihre Kenntnisse aus der klassischen Malerei an. Für ihre Schloss-Darstellungen verwendet die Künstlerin, die heute in Berlin lebt, als Vorlage eigene Fotos. „Den Dom kann ich inzwischen schon gut aus dem Kopf zeichnen“, sagt die junge Frau, deren Elternhaus in der Nähe von Sternberg steht.

Mit ihren Mangas „Sometimes she’s the Light“, von denen bereits drei Bände erschienen sind, ist die Malerin, Illustratorin, Portraitzeichnerin und Mangakünstlerin bekannt geworden. Ihre Mangas zeichnen sich durch tiefgründige und ausgefeilte Storys aus und ihre Illustrationen bestechen durch ausdrucksstarke Charaktere. Die Geschichte von „Sometimes she’s the Light“ handelt von dem Umgang junger Menschen mit der Klimaveränderung und spielt eben in Schwerin. Die Zielgruppe sind klar Teenager: Zwei Jungs kämpfen um ein Mädchen – und dabei geht es ausnahmsweise einmal nicht schnöde um die Liebe. Die Geschichten von Nashi sind tiefgründiger. Und darum geht es: Die schüchterne Juni weiß nicht, wie ihr geschieht – den Beginn an der neuen Schule hatten sich sie und ihre Freundinnen zumindest anders vorgestellt. Nicht nur,
dass sie dem Schulschönling Erik begegnen, welcher zu einem absoluten Trottel mutiert, wenn er seine Brille aufsetzt. Er und seine Familie ziehen auch noch bei Juni ein. Und zu allem Überfluss tauchen am Abend zwei mysteriöse Jungen aus der Zukunft auf, von denen der eine Juni töten, der andere sie jedoch beschützen will...

Besonderen Wert legt Nashi auf die historische Architektur der Altstadt und Aufmerksamkeit auf die Besonderheiten der Mecklenburger Seenplatte. Schließlich spiele Kultur in den japanischen Mangas ebenfalls eine große Rolle. „Wer einmal in Schwerin war, wird viele Orte in meinem Manga wiederentdecken“, sagt die Künstlerin, die deutschlandweit Zeichenkurse gibt. Und genau dadurch wird sie zur Botschafterin für Schwerin. „Ich möchte unser schönes Bundesland in der Welt präsentieren und bekannter machen. Und Schwerin liebe ich besonders. Deshalb spielt mein Manga auch hier.“

Nachdem sie sich eine große deutsche Fan-Gemeinde erarbeitet hat – fast 70 000 Fans bei Facebook – will Jennifer Heß jetzt den internationalen Markt erobern. In den nächsten Tagen wird „Sometimes she’s the Light“ auch auf Englisch und Spanisch erscheinen – und in völlig überarbeiteter Ausgabe auch auf Deutsch, normal und als Fan-Edition. Per E-Mail kann es ab 10. Juli vorbestellt werden. Und das lohnt sich. Die ersten 500 Vorbesteller erhielten ihr Manga handsigniert, die ersten 100 sogar mit einer individuellen Manga-Zeichnung. Und um Schwerin die Treue zu halten, will sie demnächst auch hier ihren Manga persönlich vorstellen und vielleicht sogar Zeichenkurse vor Ort geben.

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