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Schweriner Sammelleidenschaften : Eine blau-weiße Liebe fürs Leben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SVZ-Serie „Schweriner Sammelleidenschaften“: Das Geschirr mit Zwiebelmuster hat es Rosemarie Krosta angetan

svz.de von
erstellt am 27.Mär.2017 | 12:00 Uhr

In der Küche von Rosemarie Krosta dominieren zwei Farben: Blau und Weiß. Vasen, Schüsseln, Krüge, Behälter für Gewürze in unterschiedlichen Formen stehen im Regal und auf den Schränken – und alle sind mit dem blau-weißen Zwiebelmuster verziert. Für die SVZ-Serie „Schweriner Sammelleidenschaften“ zeigt die Rentnerin ihre Schätze.

Begonnen hat die Leidenschaft für das detailreiche Geschirr 1971. „Am Marienplatz war damals noch ein Haushaltswarengeschäft“, erinnert sich Rosemarie Krosta. Auf der Suche nach einem Geschenk für ihre Schwester entdeckte sie dort zwei Sammeltassen mit dem Muster. „Als ich nach Hause kam, hat mein Mann zu mir gesagt ,die behalten wir selber’. Da musste ich noch mal los“, erzählt sie lachend.

In den nächsten Jahren wuchs die Geschirr-Sammlung stetig. Kerzenständer, ein Zwiebeltopf, Eierbecher, eine Wanduhr zogen nach und nach in die Küche ein. Selbst der Mülleimer ist mit dem blau-weißen Zwiebelmuster verziert. Mittlerweile haben sich mehr als 150 Teile des Geschirrs angesammelt. „Doch so eine Leidenschaft geht ins Geld“, sagt die Schwerinerin. Daher freute sich das Ehepaar Krosta immer sehr, wenn Familie und Freunde an ihre Sammlung dachten. „Zur Silberhochzeit haben wir zum Beispiel einen Milchkrug und sechs Milchbecher geschenkt bekommen.“

Doch das Geschirr steht nicht nur rum und sieht schön aus, es wird auch regelmäßig benutzt. „Aus meiner Lieblingstasse trinke ich jeden Morgen meinen Kaffee“, so die 76-Jährige. Und natürlich müssen die Teile gepflegt und sauber gemacht werden. „Ein Mal im Jahr wasche ich alles per Hand ab.“ Bis zu seinem Tod habe ihr Mann fleißig geholfen.

Wenn Rosemarie Krosta Gäste zum Kaffee einlädt, kann sie die Tafel nicht nur mit Kuchentellern, Kaffeetassen und Untertassen sowie Zuckerdosen, Milchkrügen und einer Kaffeekanne aus ihrer umfangreichen Sammlung des blau-weißen Geschirrs decken. Nein, die Rentnerin könnte auch jedem Gast eine andere Serviette dazulegen. Denn neben dem Zwiebelmuster-Geschirr sammelt sie auch Servietten. „Als mein Mann und ich in Pension gegangen sind, sind wir viel mit dem Wohnmobil durch die Gegend gefahren“, erzählt sie. Dabei haben die Beiden aus den Gaststätten und Restaurants nicht nur Servietten mitgebracht, sondern auch Bierdeckel und Tropfenfänger aus ganz Deutschland und dem Ausland. „Da hat sich mit den Jahren einiges angesammelt.“ Vieles hat die Schwerinerin schon weggegeben. „Vor einigen Jahren hat mich ein Ehepaar besucht, das ein Buch über Gaststätten in Schwerin geschrieben hat“, so Rosemarie Krosta. „Die Autoren haben einiges mitgenommen.“ Mehr als 500 Servietten, Bierdeckel und Tropfenfänger sind noch übrig, beim Aufräumen schaut sie gerne mal in die Kisten.

Auf der Anrichte im Wohnzimmer steht noch eine weitere Kiste. Postkarten mit den unterschiedlichsten Motiven sind dort zu sehen, fünf Ordner stehen außerdem im Keller. „Mein Mann war leidenschaftlicher Hobby-Fotograf“, sagt sie. „Als er es nicht geschafft hat, die Steinfelder von Carnac im Nebel zu fotografieren, kaufte er sich eine Postkarte mit dem Motiv.“ Die Leidenschaft war geboren, in den nächsten Jahren kamen zahlreiche Ansichtskarten hinzu – die meisten unbeschrieben, einige gestempelt. „Für einen Stempel von der Schneekoppe hat mein Mann die Karte an uns selber geschickt“, erinnert sich die Schwerinerin, die jetzt nach und nach einige der Karten an Freunde und Bekannte schickt. Und wenn die zum Kaffee kommen, wird das blau-weiße Geschirr aufgetischt.

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