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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 19:05 Uhr

Service-Test : Eine Abfuhr für Gerümpel-Sorgen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SVZ-Redakteurin Juliane Haendschke testete den Schweriner Sperrmüll-Service und war überrascht

von
erstellt am 10.Aug.2014 | 22:45 Uhr

Wozu diese Bürokratie bei Gerümpel? Widerwillig habe ich die Sperrmüll-Anmeldung im Internet ausgefüllt: Acht Regale, ein sperriges Sofa, etc., etc. Klar, ich vergaß meine alte Glotze und meine geliebte „Wamina“, meine Waschmaschine. Spätere Komplikationen waren also neben einer detaillierten Liste vorprogrammiert. Ich startete mein „Gerümpel“-Projekt sechs Wochen vor meinem Umzug in ein neues Leben. Wann das anfangen sollte, machte ich auch gleich bei der SAS klar: Ende Juli. Dann war Ruhe.

Zwei Wochen lang nichts – gar nichts. Dann flatterten „freundliche Grüße“ der SAS in meinen Briefkasten. Der Entsorger und mein Gerümpel hatten ein Date in knapp vier Wochen. Genug Zeit für meinen Sperrmüllberg, noch ordentlich zu wachsen. Ein paar Kisten voll Zeug, ein Bett mehr und Diverses. Wie viel sind eigentlich fünf Kubikmeter? So viel darf ich vor die Tür stellen – und einmal im Jahr kostenlos über die SAS entsorgen lassen. In meiner Vorstellung grinste mich mein Sperrmüllberg hämisch an. Ich schrieb eine E-Mail, natürlich an den Kundenservice der SDS – oder ans Nirvana. Eine Antwort erhielt ich nie. Aus Angst vor einer Abfuhr griff ich zehn Tage vor der Verabredung zum Telefonhörer – Kunden-Service. Meine Waschmaschine drehte ihre letzte Runde, während sich am andere Ende der Leitung eine freundliche Frauenstimme meldete. Klar nehmen die Mitarbeiter alles mit, meine Waschmaschine und meinen Fernseher schreibe sie mit auf. Kein Problem, dass ich mitten in der Fußgängerzone wohne, einfach alles vor die Tür stellen. Wird ja gleich morgens abgeholt. Okay! Gesagt, getan. Unter Kulleraugen von vermeintlich Touris stellte ich mein Gerümpel mitten im Welterbe-Anwärter-Ensemble vor die Tür – und ergriff die Flucht ins Restaurant. Ab und zu gingen Leute mit Dingen meines alten Lebens in den Händen am Tisch vorbei. Der Gerümpelberg schrumpfte also schon. Fein!

Aber am Montagmorgen – Sorgenfalten: Um halb acht war es immer noch da, mein Gerümpel. Nach dem Frühstück begrüßten mich noch meine Waschmaschine und meine Glotze vor der Haustür. Fehlte nur noch, dass sie winkten. Ich rief die SAS an. „Keine Sorge, der Müllwagen war voll. Die Jungs holen den Rest mit der nächsten Fuhre“, sagte ein freundlicher Mitarbeiter. Überhaupt waren die „Müll-Menschen“ immer höflich. Er behielt recht. Am Abend war mein Sperrmüll Geschichte – mein altes Dasein gepresst und verschrottet. Mit ihm mein nicht angemeldeter Drucker, drei Mülltüten und Papiermüll. Ja, ich habs drauf angelegt – sie haben alles mitgenommen. Vielen Dank, freundliche SAS!

 

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