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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 21:08 Uhr

Schweriner Schüler : Einblick in die Arbeit der EU

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schüler des Fridericianums waren als Gastdelegierte beim Europäischen Jugendparlament in Schweden

svz.de von
erstellt am 02.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Jannis Stöter kommt viel rum. Eckernförde, Lübeck und jetzt die schwedische Stadt Uppsala, nördlich von Stockholm. Der Grund: Jannis ist Delegierter des Europäischen Jugendparlamentes, kurz EJP. Der Schüler des Fridericianums bildet gemeinsam mit Hannah Ludman, Nawal Solh, Charlotte Reihs, Timo Preuß, Ivo Kellner und Philip Weber, ebenfalls Schüler des Gymnasiums, die Schuldelegation, die Anfang Februar in Schweden als Gastdelegation bei der dortigen Sitzung des EJP dabei sein durfte.

„Leider haben wir nicht viel von der Stadt sehen können“, erzählt der Hagenower. Dafür wurde aber ordentlich gearbeitet. „Jeder aus der Delegation gehörte einem Komitee an. So trifft man viele neue Menschen.“ Nach einigen Kennlernrunden ging es an die Ausschuss-Arbeit. „Jedes Gremium bekam eine Fragestellung, die bearbeitet wurde. Daraus entstand dann innerhalb von drei Tagen eine Resolution“, erklärt der 19-Jährige, der Mitglied im Komitee für Sicherheit und Verteidigung war. „Wir haben uns mit Cyberkrieg und Cyberterrorismus beschäftigt.“ In den anderen sechs Ausschüssen ging es unter anderem um Stammzellenforschung und erneuerbare Energien.

Die erarbeiteten Resolutionen mit Maßnahmen wurden am letzten Tag in der Generalversammlung dem Plenum vorgestellt – das Highlight für Jannis Stöter. „Die Resolution zu verteidigen, die Maßnahmen zu verkaufen, die anderen zu überzeugen – das macht mir großen Spaß.“ Dabei könne er seine Rhetorik stärken. „Diese Debatten haben außerdem mein Interesse für die Politik geweckt.“ Werden die Resolutionen verabschiedet, sollen sie an die Europäische Kommission weitergeleitet werden. Denn der überparteiliche EJP-Verein will nicht nur das Interesse der jungen Menschen für die Europäische Union und deren Arbeit wecken. Die Politiker in Brüssel, Straßburg und Luxemburg sollen auch von der Arbeit der Schüler profitieren.

Schweden war nicht die erste Station für die Delegation des Schweriner Fridericianums. „Wir waren beim Regionalausscheid in Eckernförde. Dort haben wir uns dann für den Nationalentscheid in Lübeck qualifiziert“, so Jannis Stöter. Und obwohl die ersten beiden Stationen in Deutschland liegen, war die Arbeitssprache Englisch. „Bereits die Bewerbung mussten wir in der Fremdsprache verfassen.“

Generell kann beim EJP jeder mitmachen, der möchte und mindestens in der 11. Klasse ist. Im ersten Halbjahr eines jeden Schuljahres bewerben sich die Interessenten, in der zweiten Hälfte finden dann die Sitzungen statt. Ist die Bewerbung erfolgreich, nehmen die Schüler an den drei Regionalausscheidungen Nord, Mitte und Süd teil. Die besten drei Delegationen aus jeder Region fahren anschließend zum Nationalausscheid. Im vergangenen Jahr ging es für die Delegation des Fridericianums sogar bis zur internationalen Sitzung nach Dublin.

Der hohe akademische Anspruch fasziniert Jannis Stöter am meisten an dem Jugendwettbewerb, der ohne die Unterstützung der Schule, des Schulfördervereins und des Innenministeriums für die Schweriner Schüler nicht möglich gewesen wäre.

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