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Serie „Schweriner Sammelleidenschaften“ : Ein zuckersüßes Hobby

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mehr als 70 000 kleine Tüten umfasst die Sammlung von Ulrich Krüger

svz.de von
erstellt am 13.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Bis unter die Decke stapeln sich die Aktenordner. Im Arbeitszimmer von Ulrich Krüger gibt es kaum noch eine freie Fläche. Überall sind kleine bunte Tütchen zu sehen, denn der Schweriner sammelt Zuckertüten. Für die SVZ-Serie „Schweriner Sammelleidenschaften“ zeigt er seine Schätze.

Auf das außergewöhnliche Hobby ist Ulrich Krüger durch Zufall gestoßen. „Meine Mutter hatte in Kaffeedosen Zuckertüten versteckt. Ich habe entdeckt, dass Serien dabei sind und alle mitgenommen“, erzählt er. Bei der Recherche im Internet sei er dann auf zwei Zuckersammler-Clubs in Deutschland gestoßen und einfach zu einem Tauschtreffen gefahren. Außerdem habe er Hersteller angeschrieben, die ihm die Tütchen schickten. Das ist jetzt 15 Jahre her.

Mittlerweile hat der einzig organisierte Sammler in Mecklenburg-Vorpommern 70 Aktenordner mit den Zuckertüten gefüllt, mehr als 70 000 sind so bisher zusammengekommen, sortiert nach Ländern und Herstellern. Und noch ist kein Ende der Sammelleidenschaft in Sicht. Verwandte, Bekannte und Freunde, selbst der Paketbote bringt Zuckertüten vorbei, Tauschpartner im ganzen Land und sogar in Portugal schicken die kleinen Tütchen nach Schwerin. Nachdem er ganz vorsichtig den Zucker aus den Tütchen entfernt hat, klebt Ulrich Krüger diese auf ein Papier, schreibt den Namen, die Größe und das Jahr der Produktion sowie den Hersteller mit der Landesflagge und dem Logo dazu.

„Ich habe mich auf Serien und Deutschland spezialisiert“, sagt der 63-Jährige. Und so finden sich vollständige Zuckertüten-Sätze aus verschiedenen Ländern in seiner Sammlung mit bunten und auch mal außergewöhnlichen Motiven – Hunde aus Israel, die Päpste aus Italien, spezielle Serien zu den Olympischen Spielen oder der Weltmeisterschaft im Fußball. Auch die Zuckertüten von McDonalds und Burger King sammelt er. Und die Tütchen sind nicht immer eckig. Oval, eher länglich oder in Tassenform aus den Niederlanden werden sie produziert. „Die ältesten sind aus den 1950er-Jahren“, so Krüger. „Damals waren die Würfel in Pergamentpapier eingepackt. Die Banderolen sind nun in einem Album.“

Regelmäßig fährt der Schweriner zu Sammlertreffen. „Dort kann ich neue Kontakte knüpfen, oft sind daraus schon echte Freundschaften entstanden“, erzählt er. Das ganze Drumherum mache ebenso viel Spaß wie das Sammeln an sich. Seine Zuckertüten haben einen außergewöhnlichen, ideellen Wert für ihn. Natürlich besucht er auch kleine Gaststätte, die Zuckersteuer auf den Tischen stehen haben.

Und was bekommt ein Zuckertüten-Sammler zum runden Geburtstag geschenkt? Na klar, Zuckertüten mit besonderen Motiven aus seinem Leben. Damit kann Ulrich Krüger dann den nächsten Ordner füllen.

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