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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. Oktober 2017 | 10:22 Uhr

Lewitz : Ein Wolf zieht durch die Wälder

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Förster reden vom Einzeltier in der Lewitz, fordern aber klare Regeln

von
erstellt am 22.Sep.2017 | 05:00 Uhr

Landwirtschaftsminister Till Backhaus spricht von MV als Wolf-Erwartungsland. Die hiesigen Förster und Jäger widersprechen: Sie erwarten nicht, sie sehen ihn bereits. Wenn auch meistens auf Bildern. „Wir haben einige Jäger, die schon vor Monaten den Wolf mit Wildkameras festhalten konnten“, erklärt Christian Lange. Auch in Tramm selbst macht die Nachricht von Wolfssichtungen die Runde.

Lange, der Leiter des Forstamtes Friedrichsmoor, erzählt das mit einem gewissen Unbehagen. Denn der rasante Anstieg der Wolfspopulation machen ihn und seine Förster-Kollegen nachdenklich. „So lange die Gesetzlage sich nicht ändert, müssen wir zuschauen“, sagt André Schweitzer, Revierförster in Bahlenhüschen. Auch er bestätigt, dass der Wolf sich im Bereich Tramm bereits mehrfach gezeigt, aber sich noch kein Rudel etabliert hat. Beide Förster sind davon überzeugt, dass es sich lediglich um durchziehende Einzeltiere handelt. Aber, so versichern sie, auch die werden bald ihre Single-Leben aufgeben und sich in Familie in der Lewitz ansiedeln. „Sie haben keine natürlichen Feinde und finden hier genügend zu fressen“, sagt Revierförster Schweitzer. Er und auch Christian Lange haben den Wolf schon lange bemerkt, bevor erste Wildkameras ihn geknipst haben. Seit mehr als drei Jahren streife er immer wieder durch die Lewitz. „In diesem Jahr ist das Wild aber besonders heimlich geworden – kaum zu sehen. Das nicht nur zwischen Tramm und Crivitz“, sagt Lange.

Derzeit sei aber noch nicht von einer Gefahr für den Menschen auszugehen. „Spaziergänger müssen keine Angst vorm Wolf haben. Er fällt den Menschen nicht an, dann müsste er schon krank sein“, fügte er hinzu. Welche Folgen sich aber durch die rasant steigende Population und die fehlende Vergrämung ergeben, wollen beide Förster ungern erleben. „Es muss eine Regelung geben. Ohne Panik-Mache, aber bitte mit dem nötigen Sachverstand“, betont Forstamtsleiter Lange.

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