Buchholz : Ein Weg für den Dichter

Weg.JPG
1 von 2

Dobin am See schenkt Hoffmann von Fallersleben eine Straße. Viele Werke stammen aus seiner Zeit im mecklenburgischen Exil.

von
01. Juni 2019, 16:00 Uhr

Seine Lieder gehören zum Volksgut. Kaum ein Kinderbuch, indem nicht „Ein Männlein steht im Walde“ oder „Der Kuckuck und der Esel“ abgedruckt sind. Nun ehrte die Gemeinde Dobin am See den bedeutenden deutschen Dichter und Urheber der deutschen Nationalhymne, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, mit einem Straßennamen.

„Die Region ist eng mit dem Leben des Dichters und Hochschullehrers verwoben“, sagt Jörg Haase, der zusammen mit dem Verein Fünf Türme und weiteren Unterstützern die Straßenbenennung voran trieb. In Holdorf nahm ihn Rudolf Müller, Besitzer des Ritterguts Holdorf bei Brüel, auf. Hier lebte Hoffmann von Fallersleben über mehrere Jahre, als er wegen seiner politischen Überzeugungen 1843 aus Preußen verbannt wurde. Der Autor war Verfechter der deutschen Einheit. Viele seiner Schriften waren politisch motiviert. Während seiner Exilzeit reiste er quer durch Deutschland. 39 Mal wurde er ausgewiesen.

In der Abgeschiedenheit des Landlebens bei Holdorf entstanden, auf seinem regelmäßigen Weg von zwischen den Dörfern, viele seiner bedeutenden Werke. „Einen Hagebuttenstrauch gibt es auch heute noch in dem Wald“, sagt Jörg Haase. Zusammen mit dem noch amtierenden Bürgermeister von Dobin am See Günter Ebert, der Amtsleiterin Heike Isbarn und vielen engagierten Unterstützern aus der Gemeinde eröffnete Jörg Haase am Dienstag den neuen Weg. Dieser verläuft fast genau auf der Route, auf der der Dichter vor mehr als 170 Jahren von seinem Wohnort in Holdorf zur Buchholzer Dorfkirche gelangte. Nur die ersten 200 Meter weichen ab, weil der ursprüngliche Weg von der Autobahn 24 unterbrochen wird und der letzte Abschnitt vor Buchholz schon seit Jahren nicht mehr genutzt wird und entsprechend zugewachsen ist. „Manchmal braucht es einen Anstoß von außen“, sagte Bürgermeister Günter Ebert. Dass sich die Straßenumbenennung an der Stelle praktisch aufdrängt, wurde einigen erst klar, als sie den Hinweis dazu bekamen. Dafür dauerte es dann bis zur Enthüllung des Straßenschildes nicht mehr so lang. Die Gemeinde sorgte für den Beschluss, die Amtsverwaltung für die Umsetzung.

„Es war nicht ganz einfach eine Straße ohne Namen zu benennen“, sagt Heike Isbarn, die als Crivitzer Amtsleiterin, den Verwaltungsakt betreute.

Der Straßenname soll nur der erste Schritt für einen historischen Wanderweg sein. Durch Fördergelder in Höhe von 82 200 Euro sollen künftig noch Informationstafeln entlang des zwei Kilometer langen Weges angebracht werden.

Historisch in Szene setzten die Damen des Mecklenburg Quartett die Eröffnungsfeier. In ihren Trachten stimmten sie alte Volkslieder an.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen