Landwirtschaft in Kraak : Ein Vierteljahrhundert Tierliebe

Landwirt Christian Karp leitet seit 2004 den Hof in Kraak. Sein Vater entschied bereits vor 25 Jahren, sich mit der Familie dort niederzulassen.
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Landwirt Christian Karp leitet seit 2004 den Hof in Kraak. Sein Vater entschied bereits vor 25 Jahren, sich mit der Familie dort niederzulassen.

Familie Karp hat sich vor 25 Jahren in Kraak niedergelassen – Milchviehhaltung und Ackerbau sichern 30 Menschen einen Arbeitsplatz

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05. August 2016, 16:00 Uhr

Für 800 Damen übernimmt er die Verantwortung, aber nicht nur Milchkühe gehören zum „Hofstab“ von Christian Karp in Kraak. Auch 1000 Hektar Acker- und Weideland werden von ihm und seiner Frau Christiane bewirtschaftet – rund 30 Mitarbeiter sind im landwirtschaftlichen Unternehmen beschäftigt. Neben Milchvieh und Ackerbau hat das Familienunternehmen mittlerweile weitere Standbeine: Biogas und eine Beteiligung an der Welsfarm in Sukow.

Im Sommer 1991 hatte Ernst Johannes Karp das Kleinod Kraak als künftigen Familiensitz ausgesucht. Am 1. August wurde aus der Idee dann ernst. Karp zog zunächst in einen Wohnwagen. Dann zogen auch Frau und Kinder nach. „Die ersten Jahre haben wir im Pförtnerhäuschen gewohnt. Das war sehr abenteuerlich, denn nicht immer gab es im Haus warmes Wasser“, erzählt Catharina Haenning, die Tochter von Ernst Johannes Karp. Seit März ist auch sie im Unternehmen angestellt. Sie erinnert sich noch an die „kleine Dusche im Stall“, die genutzt wurde, wenn wieder einmal alle Leitungen zugefroren waren. Auch an verschobene Geburtstagsfeiern. „Ich habe im Winter Geburtstag, da war nie Platz für viele Gäste im Haus“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. An diese „Aufbauarbeit“ der ersten Jahre erinnern sie und ihr Bruder Christian sich gern, wenngleich er nur Gast war. „Ich war in der Ausbildung. Nach Kraak fuhr ich mit meinem Bruder nur, wenn wir unsere Eltern wieder einmal 14 Tage am Stück nicht telefonisch erreichen konnten“, erinnert sich der Landwirt an die 90er Jahre.

Wohlwollend schaut die Familie zurück, aber ebenso gern auch auf das, was alles geschafft wurde. „Die Zeiten der trockenen Ernten sind vorbei, es gibt auch keine Sandstürme mehr, die Bodenfruchtbarkeit wurde deutlich verbessert“, gibt Karp einen Einblick in den Ackerbau. Ebenso gab es viele Fortschritte in der Milchproduktion. Trotz Krise halten Karps an den Milchkühen fest: „Seit mindestens vier Generationen haben wir Kühe, das kann man nicht einfach so aufgeben“, betont der 43-Jährige. In ihm glüht der leichte Hoffnungsschimmer, dass die Talsohle für die Milchbauern bald durchschritten ist. Zudem arbeitet er stringent an einem besseren Image der Bauern. „Jedes Kind aus unserer Gemeinde war mindestens einmal hier auf dem Hof, konnte sich alles anschauen und Fragen stellen“, sagt Karp und erzählt von regelmäßigen Besuchen der Kindergarten- und Schulkinder. Auch zu den Einwohnern der Gemeinde pflegt er Kontakt. „Jeder hat meine Handynummer und kann sich auch stets mit einem Problem an mich wenden“, versichert der Landwirt.

An diesem Wochenende würde er auf Sorgen und Probleme gern verzichten, dann wird gefeiert. „Wir haben ein paar Gäste eingeladen und werden auf ein Vierteljahrhundert Hof Karp in Kraak anstoßen“, verrät er.

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