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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Dezember 2017 | 15:53 Uhr

Willkommen : Ein Tisch für alle Fälle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Einmal im Monat treffen sich Profis aus verschiedenen Bereichen, um Flüchtlingsprobleme zu diskutieren

von
erstellt am 15.Jul.2015 | 23:55 Uhr

Es gibt kein Protokoll, kein Programm, aber eine Menge pragmatischer Hilfe: Der Runde Tisch Asyl trifft sich jeden zweiten Montag im Monat um in lockerer, großer Runde zu besprechen, was gerade anliegt rund um die Themen Flüchtlinge, Asyl und Integration. Der Diskussionsstoff scheint nie auszugehen. Und: Eine Lösung wird fast immer gefunden, denn jeder der Beteiligten ist mit viel Herzblut dabei. Flüchtlingsrat, Stadtverwaltung, Sozialarbeiter, Kirche, Betreuer und Polizei gehören zu den ständigen Gästen. Bei Bedarf kommen Schulleiter oder Kita-Vertreter, wenn es um die Unterbringung der Kinder geht.

Ein Beispiel: Zwei allein erziehende Frauen aus der Ukraine teilen sich eine 4-Zimmer-Wohnung und geraten immer häufiger in Streit – zwei Männer sind der Grund. Betreut werden die Ukrainerinnen von Martin Stade von der Firma Comtact. Er hat sich schon um eine neue Wohnung gekümmert, so dass die verzankten Familien auseinanderziehen können. Aber was passiert, wenn bis zum Umzug die Lage eskaliert? Polizei-Kontaktbeamter Thomas Böhm weiß Rat: „Wenn das Sozialamt Mieter der Wohnung ist, kann ein Hausverbot ausgesprochen werden.“ Norbert Schmidt, beim Awo-Migrationsdienst zuständig für Übergangswohnen, ergänzt: „Wenn schlichten nicht mehr klappt, ist es am besten, zwei Wohnungen zu suchen. Herr Stade hat alles richtig gemacht.“ Asmala Musuf, der für ein ganzes Haus mit Asylbewerbern zuständig ist, lächelt. Er kennt die Reibereien, weiß aber auch um die Hilfsbereitschaft. Mehrere pensionierte Lehrerinnen beispielsweise bieten Deutschstunden an für alle, die von Rechts wegen noch keinen Anspruch auf Integrationskurse haben.

Der Runde Tisch Asyl trifft sich seit 2012, Hanne Luhdo vom Verein „Die Platte lebt“ gehört zu den Gründern. „Wir haben ein sehr gutes Netzwerk aufgebaut“, sagt sie. Die Mitglieder des Runden Tisches vermitteln inzwischen auch Sach- und Geldspenden, sind Ansprechpartner für Freiwillige mit diversen Ideen. Fast zu viele Aufgaben für dieses Gremium. Alle Beteiligten hoffen, dass bald die Stelle eines Ehrenamts-Koordinators geschaffen wird – um die Hilfsbereitschaft in geregeltere Bahnen zu lenken.

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