Wiedergutmachung : Ein Theatersessel für Familie Kychenthal

Der Kychenthal-Sessel trägt die Nummer 186. Dr. Michael Jungrichter (l.) und Joachim Kümmritz zeigen die Urkunde.
Der Kychenthal-Sessel trägt die Nummer 186. Dr. Michael Jungrichter (l.) und Joachim Kümmritz zeigen die Urkunde.

Schweriner Theaterfreunde leisten bescheidene Geste der Wiedergutmachung

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04. April 2015, 12:00 Uhr

Mit einem Ehrensessel im Großen Haus erinnern die Theaterfreunde jetzt an die jüdische Kaufmannsfamilie Kychenthal aus Schwerin. „Kychenthals waren regelmäßige Gäste im Theater. Spätestens 1938 wurde ihnen aber neben anderen schlimmsten Repressalien auch der Theaterbesuch untersagt“, erklärt der Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde des Mecklenburgischen Staatstheaters, Dr. Michael Jungrichter. Deshalb wollten die Theaterfreunde mit dem Ehrensessel nun ein Zeichen setzen – als bescheidene Geste der Wiedergutmachung. Unterstützt wird die Aktion von Generalintendant Joachim Kümmritz, der den Nachkommen der Familie Kychenthal, die in Chile leben, bei künftigen Aufenthalten in Schwerin eine Ehrenkarte für kostenlose Besuche im Theater zur Verfügung stellen will.

Louis Kychenthal, 1863 geboren, war Inhaber des beliebten Kaufhauses Kychenthal am Markt 14. Er wurde in der Pogromnacht am 9. November 1938 inhaftiert. In der Haft zwangen ihn die Nazis, sein Haus zu verkaufen. 1942 wurde Kychenthal nach Theresienstadt deportiert, wo er 1943 starb. Seinen Söhne Ludwig und Willy gelang die Flucht ins Exil.









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