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Die Broilers in Schwerin : Ein tauber Hund als Punkrock-Muse

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Broilers kommen nach Schwerin – Im Interview erzählt Frontmann Sammy Amara von politischen Texten, dem Osten und seiner Bulldogge

Zweimal Platz 1 in den Deutschen Album-Charts und ein Echo in der Kategorie „Rock national“ – die Erfolge der Broilers können sich sehen lassen. Als Frontmann Sammy Amara und Schlagzeuger Andi Brügge 1992 die Punkrock-Band in Düsseldorf gründeten, hatten sie andere Ziele: Ihre politische Meinung musikalisch an den Mann zu bringen. Das versuchen sie auch heute noch, wie Sammy Amara im SVZ-Interview mit Volker Raab betont.

Durch Ihre Erfolge stehen Sie und Ihre Bandkollegen im Rampenlicht. Sie nutzen mit den Broilers die Bühne als Plattform für politische Statements. Warum lehnen Sie sich so weit aus dem Fenster?
Sammy Amara: Gerade in der heutigen Zeit ist das meiner Ansicht nach unbedingt notwendig. Es muss sich ja nicht unbedingt jeder Schlagerstar politisch positionieren, aber gerade so prominente Kollegen wie Helene Fischer erreichen viele Leute. Viele andere aber schrecken leider davor zurück, beziehen keine Position, weil sie befürchten, dass es sich negativ auf die Plattenverkäufe auswirken könnte. Selbst wenn jemand politisch anders denkt und sich in Interviews dahingehend äußert wie etwa Andreas Gabalier, ist mir das immer noch lieber als nichts zu hören. Denn so weiß ich, woran ich bin, und dass ein Typ wie Gabalier das Gegenteil von mir ist.

Ihre Texte zeigen, wofür die Broilers stehen: Klare Kante gegen Rechts. Was möchten Sie mit Ihrer Musik erreichen?
Wir wollen nicht den moralischen Zeigefinger heben, sondern wir wollen Leute anstupsen. Im Idealfall bringen wir Menschen zum Nachdenken, die leicht nach Rechts abgerutscht sind. Selbst wenn wir nur eine handvoll Leute zum Nachdenken bewegen, haben wir gewonnen. Dass sich knüppelharte Rassisten nicht umbiegen lassen, ist nun mal so. Aber das sind auch nicht die Leute, die wir mit unserer Musik erreichen wollen. Die Schnauze komplett zu halten, ist für uns keine Alternative.

Sie haben in großen Hallen und kleinen Clubs gespielt. Was ist Ihnen lieber?
Bei kleineren Konzerten ist die Atmosphäre deutlich familiärer. Auf großen Bühnen hast du viel mehr Zuhörer, die im besten Fall natürlich lautstark mitsingen. Aber du kannst halt nach dem letzten Song leider nicht einfach von der Bühne runter und mit den Leuten quatschen. Sonst kommst du ja gar nicht nach Hause.

Das Konzert im November ist nicht der erste Besuch der Broilers in der Landeshauptstadt. Wie ist es, nach so vielen Jahren nach Schwerin zurückzukehren?
Vor vielen Jahren haben wir schon hier gespielt, sind in einem Szene-Treff aufgetreten. Tatsächlich ist es so, dass der Osten uns während der ersten musikalischen Schritte viel mehr unterstützt hat – noch bevor sich im Westen jemand um unsere Musik gekümmert hat. Wir freuen uns tierisch auf Schwerin!

Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade auf Tour sind und die freien Stunden genießen können?
Meine französische Bulldoge Missy hält mich auf Trab. Auch wenn sie taub ist, hilft sie mir beim Songschreiben. Sie entschleunigt den stressreichen Alltag und ist meine Muse.


 

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