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Schweriner bauen Stadtteiltreff : „Ein Symbol der Hoffnung“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im Mueßer Holz bauen Anwohner die alte Posthalle unter der Regie der freien evangelischen Christen zu einem Stadtteiltreff um

svz.de von
erstellt am 21.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Sie hämmern, sie meißeln und sie reißen fleißig die alten Fließen raus: Junge und ältere Schweriner gestalten die alte Posthalle neben dem Gelände des ehemaligen Busch-Clubs zu einem „Patchwork-Center“ um. Dort sollen ein Café, eine offene Werkstatt und ein Veranstaltungsraum mit Bühne entstehen. „Es spielt keine Rolle wie alt unsere Helfer sind und woher sie kommen. Bei uns ist jeder willkommen, der mit anpacken möchte“, sagt Christian Kooiman von der freien evangelischen Gemeinde.

Dreimal pro Woche treffen sich die Helfer zur Renovierung. Jeden Mittwoch, Donnerstag und Freitag wird von etwa 9 Uhr bis zur Mittagsstunde gewerkelt. „Jeder hat eine Aufgabe. Durch die gemeinsame Arbeit wird aus etwas altem nicht nur etwas neues. Es entstehen auch Freundschaften“, erklärt der studierte Theologe. Viele der Helfer kommen aus dem Mueßer Holz oder Neu Zippendorf. Doch bei den vergangenen Arbeitseinsätzen haben auch einige Flüchtlinge aus Stern Buchholz geholfen, die Arbeiten am Stadtteiltreff voranzubringen.

Neu ist die Idee des „Patchwork-Centers“ nicht: Die freien Christen hegen schon seit sechs Jahren den Gedanken für ein Gemeinschaftsprojekt. „Langzeitarbeitslosigkeit und das Leben unter der Armutsgrenze sind in unserer direkten Nähe spürbar“, erläutert der Schweriner. Diese Problematik sorge oft dafür, dass viele Menschen orientierungslos unterwegs seien. „Wir möchten ihnen ein Ziel geben.“

Wenn die Arbeiten beendet sind und das „Patchwork-Center“ fertig ist folgt der nächste Schritt: Das Café und die Werkstatt sollen von Stadtteilbewohnern betrieben werden – ehrenamtlich, aber gleichzeitig so professionell wie möglich. Und die zusätzlichen Räume sollen an die Kindertafel vermietet werden. Wann genau der Stadtteiltreff im Mueßer Holz beziehbar ist, lässt sich nicht vorhersagen. „Es geht darum, dass wir etwas zusammen entstehen lassen. Die Zeit ist dabei nur zweitrangig“, sagt Kooiman. Wichtiger sei es, den Stadtteil positiv und nachhaltig zu verändern. Die freien Christen wollen helfen, Berührungsängste und eigene Grenzen zu überwinden. „Die Renovierung einer leerstehenden und nicht genutzten Halle ist auch ein starkes Symbol der Hoffnung. Eine Hoffnung für die vielen, die schon lange ohne Arbeit sind und das Gefühl haben, nicht gebraucht zu werden.“

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