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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. Oktober 2017 | 02:53 Uhr

Extremsport : Ein Stück Seen-Sucht erfüllt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Martin Tschepe durchschwamm heute den Schweriner See – eine Sehnsucht ganz ohne Wasser bleibt

von
erstellt am 12.Jul.2016 | 21:00 Uhr

Er ist nicht gekommen, um zu bleiben, sondern um zu schwimmen. Martin Tschepe hat sich heute wieder ein weiteres Stück seiner „Seen-Sucht“ erfüllt. Die zehn größten Seen Deutschlands zu durchschwimmen. Punkt 8 Uhr stieg der 50-Jährige am Anleger der Rudergesellschaft in den Schweriner See. „21 Grad Celsius. Das ist optimal“, sagt Tschepe. Aber mehr auch nicht. Denn von Wassertemperaturen lässt sich der passionierte Schwimmer nicht beirren. „Ich gehe auch bei fünf Grad mit Badehose ins Wasser - das nennt man dann Eisschwimmen. Lange hältst du das nicht aus, aber es geht schon ein Weilchen“, sagt er und lacht. Dass selbst Hagel und heftige Regenschauer ihn nicht von seinem Projekt abhalten, hat der Extremsportler schon beim Durchqueren des Plöner Sees bewiesen. „Es gab sogar kurze Schneeschauer, aber wenn ich in meinem Element bin, dann schießt das Adrenalin durch den Körper und das Wetter ist völlig egal“, versichert er.

In Schwerin stimmte heute alles: Bestes Wetter, gute Wassertemperatur und dann auch noch der Ausblick. „Der Start ist einer der besten von allen mit dem Blick aufs Schloss. Der Chiemsee ist auch geil, aber Schwerin noch ein Stück schöner“, sagt Martin Tschepe. Dann schließt er seinen Neoprenanzug und packt die letzten Sachen in einen Wasserdichten Rucksack. „Den wird er diesmal nicht hinter sich her ziehen. Denn eine Begleitung hat sich gemeldet: Lisa Bach. Die gebürtige Stuttgarterin hatte den Aufruf in der SVZ gelesen. „Ich dachte mir, den Landsmann musst du unterstützen“, sagt die 27-jährige Neu-Schwerinerin. So nahm sie sich einen Tag Urlaub, machte ihr Kanu startklar und begleitete Martin Tschepe gestern bis zum Paulsdamm. Die restlichen Kilometer seiner fünfstündigen Schwimmtour durch den Schweriner See bis Bad Kleinen hat er dann allein zurückgelegt. Wieder ist er seinem Ziel einige Kilometer näher gekommen. Was ist, wenn die zehn größten Seen Deutschlands erobert sind? „Die Seen-Sucht ist dann auf keinen Fall vorbei“, sagt der Schwimmer. „Schwimm mit mir durch meinen See“, könnte folgen. Menschen aus Deutschland laden ihn ein, andere Seen zu erkunden.

Gibt es noch eine Sehnsucht ohne Wasser? „Vielleicht einmal mit dem Fahrrad um die Welt? Das werde ich wohl nicht mehr schaffen“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Eines ist jedoch klar: Langweilig wird es nicht. „Man muss auch nicht weit reisen, um tolle Sachen zu erleben“, schiebt er hinterher.

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