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Ströche Ziehen um : Ein sicheres Nest für Meister Adebar

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Ruthenbeck wohnen Störche auf einem Strommast – Helfer planen Umzug

svz.de von
erstellt am 08.Sep.2016 | 16:00 Uhr

Störche wurden in diesem Sommer in Ruthenbeck häufiger gesehen. Richtig sesshaft aber wurde bislang kein Pärchen. Das könnte im nächsten Jahr vielleicht schon anders aussehen. Denn die Regionalbetreuerin für Störche, Sabine Voß aus Mirow, und die Wemag wollen gemeinsam dafür sorgen, dass Meister Adebar eine sichere Bleibe im Dorf erhält.

Im Juni haben sich zwei Jungstörche, beide werden auf drei, vier Jahre geschätzt, einen Strommast in Ruthenbeck ausgesucht und darauf ein Nest errichtet. „Es ist quasi aus dem Nichts entstanden“, staunt Sabine Voß noch heute. Dabei, so weiß die Storchenbeauftragte, gibt es in der Region wesentlich mehr Nester als Storchenpaare. Denn etliche Horste sind leider nicht besetzt. Das hinderte die Jungvögel aber nicht daran, in Ruthenbeck ihr eigenes Zuhause zu bauen. Allerdings ist die Stelle äußerst ungünstig – von dem Mast zweigen Stromleitungen ab. Äste könnten in die Leitung fallen, das Nest könnte unter Umständen zu brennen beginnen, die Stromversorgung unterbrochen werden. Um all diesen Eventualitäten vorzubeugen, will die Wemag beim Nest-Umzug helfen.

Bei einem Vor-Ort-Termin sahen sich Jan Koppelmann, Vogelschutzbeauftragter des regionalen Stromversorgers, und Sabine Voß die Gegebenheiten an. Beide sind sich einig, dass das Nest hier abgenommen und ein neuer Standort in unmittelbarer Nähe gesucht werden soll.

Zwei Alternativen gibt es. Auf einem Privatgrundstück steht ein alter Holzmast, auf dem noch Reste eines Horstes zu erkennen sind. Sabine Voß: „Hier haben früher tatsächlich Störche gebrütet. Aber dann war er irgendwann nicht mehr bewohnt, Wind und Regen taten ein Übriges.“ Inzwischen ist nicht mehr viel vom Nest übrig geblieben. Einen neuen Betonmast mit Nisthilfe aufzustellen, sei das eine, machte Jan Koppelmann aufmerksam. Das andere: Die Bäume ringsherum sind so groß geworden, dass es der Storch mit dem An- und Abflug schwer haben würde. Das müsste man bei dieser Variante im Blick behalten.

Eine andere Lösung wäre, auf einer freien Fläche in Nähe der Kirche einen Mast zu installieren – sofern der Grundstückseigentümer seine Zustimmung erteilt. Beide Möglichkeiten sollen nun geprüft werden. Und wenn alles gut läuft, könnte das Storchenpaar im nächsten Frühjahr ein neues Zuhause in Ruthenbeck vorfinden.

Jan Koppelmann und Sabine Voß würden sich freuen, wenn es klappt. Denn Platz für mehr Störche sei da, sagt die Regionalbetreuerin. In diesem Jahr zählte sie in ihrem Bereich, dazu gehören Teile des Amtsbereiches Crivitz und Randgebiete der Lewitz, sieben besetzte Nester mit 15 Jungstörchen. Im Jahr zuvor waren es ebenfalls sieben Nester mit 14 Jungstörchen. Die Mirowerin freut sich über jeden Storch, der sesshaft wird. Das Nest, das im Vorjahr in Tramm in einem Garten aufgestellt worden ist, wurde gleich angenommen, erzählt sie. Zwei Jungstörche schlüpften dort. Ebenso in diesem Jahr.

Und mit einer Besonderheit kann Sabine Voß auch aufwarten: Ein Storch habe sich gleich in zwei Nestern heimisch gefühlt: in Klinken und in Rusch. Der Storch, der anhand seines Ringes erkannt wurde, hat in Klinken für Nachwuchs gesorgt. In Rusch gab es keine Jungen, obwohl Meister Adebar auch dort im Horst gesehen wurde. Von einem solchen Fremdgeher-Storch habe sie vorher noch nicht gehört, sagt Sabine Voß schmunzelnd.

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