Cramon : Ein Projekt für Augen und Ohren

Die Freude der Freunde der Pfarrscheune ist groß. Gestern gab es den offiziellen Bescheid von Madeleine Kusche (r.).
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Die Freude der Freunde der Pfarrscheune ist groß. Gestern gab es den offiziellen Bescheid von Madeleine Kusche (r.).

Der Mammutanteil für eine Hörspielscheune in Cramon ist angekommen – jetzt fehlt der Eigenanteil

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22. Juni 2016, 09:00 Uhr

Seit gut 260 Jahren steht sie im Zentrum Cramons. Nicht vom Pfarrhaus ist die Rede, auf das Gebäude gleich nebenan richteten sich gestern alle Blicke. Die Pfarrscheune ist das derzeitige Sorgenkind der Kirchengemeinde Alt Meteln-Cramon-Groß Trebbow. Sie ist nicht nur alt und steht unter Denkmalschutz, sondern ziemlich in die Jahre gekommen. Nicht nur der Zahn der Zeit habe an ihr genagt. „Wir konnten sie bis vor ein paar Jahren noch gut nutzen, jetzt lediglich bei schönem Wetter die Tenne“, sagt Thorsten Markert. Lange Zeit war er Pastor in der Kirchengemeinde, hat sich wie so viele Cramoner in das Gebäude verguckt und kämpft nun mit um den Erhalt. Doch diese große Aufgabe können die Mitglieder des Fördervereins „Kirche und Pfarrhofensemble Cramon“ und die Kirche nicht schultern. Zu groß ist die Summe, die eine Sanierung kosten würde.

Vor einigen Tagen kam jedoch die frohe Botschaft: 409 500 Euro kommen aus dem europäischen Fördertopf Leader. Madeleine Kusche von der lokalen Leader-Aktionsgruppe freut sich über so viel Engagement. „Es ist viel Geld, aber das ist hier sehr gut angelegt. Die Liste der Ideen der Mitstreiter hier scheint unendlich“, erklärt sie sichtlich erfreut über so viel Herzblut, das in die Cramoner Scheune fließt.

„Hörspielscheune“ heißt das große Projekt. Es brauchte ein Alleinstellungsmerkmal. „Es sollte möglichst viele Menschen hier zusammenführen. Diese Scheune war stets und bleibt ein offenes Haus“, sagt Hannelore Eggemann vom Vorstand des Fördervereins. Kinder- und Jugendgruppen sollen künftig Hörspiele dort aufnehmen, hören und auswerten können. Vereinsmitglied und Rundfunk-Journalist Rainer Polzer werde das mit Sachverstand unterstützen. Zudem soll die Scheune als Freizeittreff dienen. „Wir haben eine Patenschaft mit der Schweriner Petrusgemeinde, die Kinder sind hier sehr willkommen. Ebenso wie junge Erwachsene. Eigentlich alle“, sagt Thorsten Markert. Für Pastor Markus Seefeld soll sie nach der Restaurierung, die 2017 beginnt, wieder als Winterkirche dienen. „Wir haben zwar einen kleinen Raum im Pfarrhaus, aber kommen 20 Besucher, wird es schon sehr eng“, erklärt der Seelsorger.

Bis die Scheune wieder in neuem Glanz erstrahlt, sind nicht nur viele Arbeitsschritte nötig, sondern weiteres Geld. Rund 60 000 Euro fehlen noch – der Eigenanteil der Kirche. „Die Kirchengemeinde nimmt zunächst einen Kredit auf, aber jede Spenden hilft und ist wirklich nötig“, erklärt Stefan Sieler, Vorsitzender des Kirchengemeinderates.


Spendenkonto: Förderverein Pfarrhofensemble Cramon – IBAN: DE62 52060 4100 0073 10749

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