Mehr als ein Gnadenhof : Ein Paradies für Mensch und Tier

Christine Geburtig kümmert sich rührend und mit viel Hingabe um Moritz, Max und Choco. Hier haben sie es gut.
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Christine Geburtig kümmert sich rührend und mit viel Hingabe um Moritz, Max und Choco. Hier haben sie es gut.

Der Lottihof bringt Zwei - und Vierbeiner zusammen: 132 Tiere treffen hier jedes Wochenende auf 35 Mädchen und Jungen

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07. April 2015, 16:00 Uhr

Die Esel rufen laut ia. Die Pferde wiehern und die Schweine grunzen. Dazwischen Kinderlachen. Nicht weit von Schwerin – ein kleines Paradies für Tier und Mensch. Für Groß und Klein. Für jeden Tierliebhaber: der Lottihof.

Schon beim Betreten des weitläufigen Geländes kommen dem Besucher fröhliche Kinder entgegen. Sie lachen, toben, feixen. Und sie striegeln die Esel. „Ich bin fast jedes Wochenende hier“, erzählt ein kleines Mädchen strahlend. Und sie ist nur eins von vielen Schweriner Kindern, die ihre freie Zeit auf dem Lottihof verbringen. „Wir haben gut 35 Stammkinder auf dem Hof – jedes Wochenende“, berichtet die Hofeigentümerin Christine Geburtig stolz. Denn genau das sei es, was sie mit dem Anwesen erreichen wollte. Es soll nicht nur einfach ein Gnadenhof für Tiere sein, sondern eine Begegnungsstätte. „Die Kinder lernen bei uns den Umgang mit den Tieren. Sie verlieren ganz einfach die Angst“, erzählt die 43-jährige Tierschützerin. Es sei wichtig, schon den Kleinsten zu erklären, dass Tiere kein Spielzeug seien. „Tiere bedeuten Verantwortung. Man muss sich immer um sie kümmern und nicht nur wenn man mal Lust hat“, mahnt Geburtig. Denn leider erlebe sie viel zu oft, dass sich Menschen Tiere anschaffen und dann ruck, zuck die Lust verlieren.

Auf dem Lottihof, der nicht weit von Mühlen-Eichsen entfernt liegt, haben derzeit 132 Tiere ein schönes Zuhause gefunden: 32 Schafe, fünf Esel, vier Pferde, drei Alpakas, 21 Kaninchen, fünf Ziegen, fünf Hunde, neun Katzen, vier Schweine, zwei Chinchillas, ein Papagei, fünf Gänse und jede Menge Hühner und Enten. Manche kommen aus schlechter Haltung, manche wurden einfach über den Zaun geworfen – die Schweine sogar aus einem Versuchslabor gerettet. „Sonst wären die getötet worden“, erklärt Geburtig mit ernster Miene.

Und woher kommt eigentlich der Name? Natürlich vom Esel. Denn mit „Lotti“ besuchte Christine Geburtig immer wieder das Kinderhospiz in Berlin, ließ Kinder auf ihr reiten. Das bereite den Kleinen viel Freude. Die 43-Jährige arbeitet seit mehr als 20 Jahren im Tierschutz. 2011 entschied sie sich dann dafür, den Lottihof aufzubauen. Nach und nach kamen immer mehr Kinder, aber auch Erwachsene und Rentner zu Besuch. Sie helfen mit, erholen sich aber auch einfach nur. „Die Kinder werden morgens hergebracht, können sich hier austoben, Mittag essen und einfach nur Kind sein.“ Und noch in diesem Jahr solle das Kinderhaus fertig werden. „Momentan machen wir das Dach. Zum Sommer hin soll alles fertig sein und die Kinder können hier dann in Schlafsälen übernachten“, erzählt Geburtig strahlend. Ihr merkt man die Liebe zu Mensch und Tier an. Sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht, „Für mich ist mit diesem Hof ein Traum in Erfüllung gegangen“, schwärmt die Tierliebhaberin.

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