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Schweriner Friedhofsgeschichte : Ein Ort der Ruhe und Geschichte

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Förderverein des Alten Friedhofs engagiert sich für die Erhaltung der Grabanlagen im Landschaftspark

svz.de von
erstellt am 14.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Der Alte Friedhof ist nicht nur ein Ort der Trauer. Viele Schweriner genießen dort bei einem Spaziergang die ruhige und entspannende Atmosphäre. Dabei können die Besucher zahlreiche alte Grabanlagen bestaunen, die seit der Weihung 1863 auf dem ältesten Landschaftsfriedhof in Norddeutschland errichtet wurden. Um deren Erhaltung und Pflege kümmert sich der Förderverein für den Alten Friedhof in Schwerin.

In den 1950er-Jahren standen mehr als 21 000 Grabanlagen auf dem Friedhof, heute sind es noch knapp 7000. „Zu diesen Anlagen und den Menschen findet man noch Informationen“, erklärt Elke Steinhausen. Sie ist das Gedächtnis des Vereins, kümmert sich seit der Gründung 2010 um das Archiv, recherchiert zu den alten Gräbern, sammelt Informationen aus Büchern und Zeitungen. „Etwa 1500 Akten habe ich so schon mit Fotos und Lebensberichten gefüllt.“

Doch dem Förderverein ist es nicht nur wichtig, Hintergrundinformationen zu den alten Gräbern zu sammeln, die teils außergewöhnlichen, teils schlichten Grabmale sollen auch erhalten werden. „Wir führen eine Liste, die wir regelmäßig erweitern“, erzählt Lutz Dettmann, Schriftführer des Vereins. „Dazu begutachten wir die gefährdeten Anlagen, sichern sie und versuchen dann so genannte Grabpaten zu finden.“ Neben Privatpersonen unterstützen auch Unternehmen und Institutionen die Arbeit. Aktuell suche der Vorstand nach einer Anlage, deren Sanierung der Rotary Club Schwerin finanziell übernehmen kann, so Dettmann. „Dafür kommen aber nur Gräber in Frage, die nicht unter Denkmalschutz stehen.“

Beim Rundgang über den ältesten noch genutzten Friedhof in der Landeshauptstadt kann der Besucher auf den Anlangen von Kaufleuten, Oberpostsekretären, Hoflieferanten, Medizinern, Schauspielern und Kammermusikern lesen. „Heute wird auf diese Tradition der Nennung des Berufes fast vollkommen verzichtet“, sagt Dettmann.

Auch Namen wie Robert Beltz und Georg Adolph Demmler, die eng mit der Stadt verbunden sind, tauchen auf. „Und wir haben noch zehn Gräber aus der Zeit des Nationalsozialismus mit zeitgenössischen Zeichen.“ Die stünden teilweise unter Denkmalschutz, doch auch der Rest müsse aus zeitgeschichtlichen Gründen erhalten bleiben, erklärt das Vorstandsmitglied.

Seit der Gründung konnte der Förderverein schon viele Gräber vor dem Zerfall bewahren. Im September vergangenen Jahres wurde die Grabstätte der Marienschwestern saniert. Dabei wurde die Natursteinmauer wieder hergestellt, die Grabsteine und das Kreuz mussten gesichert werden. Auch die Grabstätte der Familie Ludwig Clewe konnte 2014 restauriert werden. Und das nächste Projekt ist schon in Sicht: „Wir wollen das Lapidarium errichten, um Grabsteine von bedeutenden Persönlichkeiten, die nicht unter Denkmalschutz stehen, aufzustellen und zu sichern“, erzählt Lutz Dettmann. Dafür freut sich der Verein über Spenden.

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