Schwerin : Ein Olympiasieger im Parlament

Ein schattiges Plätzchen im idyllischen Garten: Stefan Nimke kann hier in Warnitz nach anstrengenden Trainingseinheiten auf dem Rad wunderbar entspannen.
Ein schattiges Plätzchen im idyllischen Garten: Stefan Nimke kann hier in Warnitz nach anstrengenden Trainingseinheiten auf dem Rad wunderbar entspannen.

SVZ stellt neue Stadtvertreter vor, die in Schwerin bislang anderweitig bekannt sind– heute: Radrennfahrer Stefan Nimke

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23. Juni 2019, 05:00 Uhr

Am kommenden Montag konstituiert sich die neue Stadtvertretung – mit einigen neuen Gesichtern. Die SVZ stellt jetzt neue Abgeordnete vor, die man in Schwerin eigentlich aus anderen Zusammenhängen kennt. Heute: Radrennfahrer Stefan Nimke.

Er hat hunderttausende Kilometer in den Beinen. Auf seinem Fahrrad geht er nur aus dem Sattel, wenn er richtig Tempo machen will. Sitzfleisch hat er also. Und das wird er auch brauchen, wenn er künftig am Montagabend den Sitzungsmarathon in der Stadtvertretung überstehen will. Denn dahin hat es Stefan Nimke geschafft. Und das ganz ohne Parteibuch – für die CDU. „Die Leute fragen mich immer, warum ich bei der CDU gelandet bin. Dann entgegne ich meistens, dass mich kein anderer gefragt hat. Dann sind sie baff.“ Tatsächlich aber ist der Profi-Radfahrer, der in der Sportfördergruppe der Polizei arbeitet, durch die Nähe zu Innenminister Lorenz Caffier zu den Christdemokraten gekommen. „Ich hätte auch als Einzelkandidat starten können, aber in der Fraktion CDU-FDP fühle ich mich gut aufgehoben“, sagt Nimke. Seine Themenfelder hat er dabei fest im Blick. Sport, Infrastruktur – vor allem Radwege – und Gesundheit. „Ganz ehrlich: von Wirtschaft, Bildung und Kultur habe ich noch keine Ahnung. Aber ich bin auch angetreten, um alles zu lernen. Nach und nach“, so Nimke.

Und er gibt zu, dass er vor der neuen Aufgabe auch eine gehörige Portion Respekt habe. Das freie Reden kenne er zwar als zahllosen Interviews, er habe auch Mediencoaching gehabt während seiner langen Karriere, doch in der Stadtvertretung sei das ja schon etwas anders. Ein Selbstdarsteller wolle er aber auf keinen Fall werden. „Es gibt ja Typen, die sich gern reden hören. Ich will, auch wenn ich weiß, dass auf der politischen Bühne manchmal nach eigenen Regeln gespielt wird, immer ich selbst bleiben. Bodenständig“, so Stefan Nimke, der mit seiner Frau und den beiden Töchtern ein Häuschen in Warnitz hat und seinen Garten liebt.

Als Stadtvertreter wird er versuchen, so oft es geht an den Sitzungen teilzunehmen. „Natürlich hat der Sport nach wie vor oberste Priorität. Das ist mein Beruf. Aber zur Stadtvertretung am Montagabend oder zu unseren Fraktionssitzungen werde ich mir, so gut es geht, freinehmen. Denn jetzt will ich der verantwortungsvollen Rolle auch gerecht werden“, sagt Stefan Nimke, der von der CDU aus Kalkül aufgestellt wurde. Als parteiloser, aber prominenter Sportler der Stadt ist er für die Christdemokraten ins Rennen gegangen und hat mächtig abgeräumt. So wie es auf der Bahn mit dem Rad auch immer geklappt hat.

Apropos Rad: Dass es in der Landeshauptstadt jede Menge Nachholbedarf gibt, was Radwege und Sicherheit angeht, will Nimke immer wieder anpacken. „Aber auch für eine Bahnrad-Halle werde ich mich einsetzen. Auch wenn ich die selbst in meiner aktiven Karriere wohl nicht mehr befahren werde.“

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