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Firmen suchen Fachkräfte : Ein neuer Job in der alten Heimat

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Pendleraktionstag will am 9. September für Arbeitsplätze in der Region werben / Unternehmer können sich noch anmelden

von
erstellt am 18.Jul.2016 | 08:00 Uhr

Morgendliche Staus auf den Autobahnen und volle Züge künden davon: Rund 72 000 gut qualifizierte Arbeitnehmer aus Mecklenburg-Vorpommern verlassen jeden Morgen ihr Bundesland und arbeiten in einem anderen. 3500 Auspendler vermerkt die Statistik allein in Schwerin, im Landkreis Ludwigslust-Parchim sind es sogar 18 000, in Nordwestmecklenburg 15 000. Gleichzeitig suchen Arbeitgeber in der Region händeringend gute Leute. Der Pendleraktionstag, der inzwischen schon fast traditionell an einem Freitag im September auf dem Grunthalplatz stattfindet, will vermitteln und den „Zugvögeln“ wohnortnahe Job-Perspektiven eröffnen. Viel Vorbereitung ist nötig, um so ein Ereignis auf die Beine zu stellen – deshalb teilen sich der Verein Regionalmarketing Mecklenburg-Schwerin und die Personalagentur „MV4you“ die Organisation. Noch bis zum 1. August können sich Unternehmer einen Stand in dem großen Zelt vor dem Bahnhof buchen. Am 9. September von 12 bis 18 Uhr können dann die Pendler kommen.

„AOK, DVZ oder auch Trebbing&Himstedt sind schon viele Male dabei gewesen und haben auch für dieses Mal zugesagt“, erklärt Anett Hartmann vom Regionalmarketing. „Wir möchten aber gern neue Betriebe mit ins Boot holen.“ Auch die Pendlerwerbung soll in diesem Herbst ein bisschen anders werden: Riesige und vor allem viele Plakate an den Ausfallstraßen Schwerins werden schon bald auf den Tag hinweisen, außerdem werden auf Pendler- und Großparkplätzen in der ganzen Region Flyer verteilt. Am Aktions-Freitag selbst sollen Promoter auf dem beginnenden Schweriner Altstadtfest den Besuchern den Weg zum Bahnhof schmackhaft machen. Auf dem Bahnhof selbst werden Pfeile auf dem Fußboden schon Tage vor dem eigentlichen Ereignis nach draußen deuten, erzählt Anett Hartmann.

Aufs Zugfahren wollen die Werber in diesem Jahr verzichten. „Das letzte Mal sind wir mit nach Rostock und Hamburg gefahren, haben aber gemerkt, dass die Leute müde sind und eigentlich nur ihre Ruhe wollen“, so Hartmann. Deshalb gibt es diesmal morgens einen Infozettel für die frühen Pendler und vielleicht ein kleines Geschenk mit der Bitte zum Wiedersehen.

An Platz eins der Auspendler stehen laut Statistik übrigens Mitarbeiter im produzierenden Gewerbe, vor allem in der Rohstoffverarbeitung. Dann folgen Berufe im Logistikgewerbe, danach kaufmännische Dienstleistungen, wie z. B. Hotelkaufleute. Hoch- und Tiefbauer verlassen ebenso die Region wie Personal aus der Gesundheitsbranche. Die meisten Auspendler sind übrigens zwischen 40 und 65 Jahren alt, so Hartmann. Sie haben oft gleich nach der Wende einen Job im Westen angenommen. „Viele haben sich mit den langen Fahrtzeiten arrangiert“, sagt Hartmann. „Sie zum Umkehren zu bewegen, ist eine Herausforderung. Es gibt aber auch viele, die nach acht Jahren Pendeln wirklich zermürbt sind.“

Zu den Ausstellern gehört auch wieder die Euroimmun AG. Sie ist einer der führenden Hersteller für medizinische Labordiagnostik und braucht Personal für ihre Werke in Dassow und Lübeck. „In Dassow haben wir mehr als 500 Mitarbeiter“, sagt Katja Wehrberger, Referentin Personalmarketing und -rekrutierung. „Wir suchen zum Beispiel Medizinisch Technische Assistenten, Ingenieure, ITler, Sicherheitskräfte, Hauswirtschafter und Produktionsmitarbeiter.“ Euroimmun stellt jährlich zirka 150 neue Mitarbeiter ein. Den Pendleraktionstag nutze das Unternehmen auch, um sich in der Region bekannter zu machen. Mit mehr als 2100 Mitarbeitern in der ganzen Welt entwickelt, produziert und vertreibt Euroimmun Testsysteme zur Bestimmung von Krankheiten sowie die zugehörigen Software- und Automatisierungslösungen. Mit diesen Produkten werden in mehr als 150 Ländern Autoimmun- und Infektionskrankheiten sowie Allergien diagnostiziert und Genanalysen durchgeführt.

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