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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Dezember 2017 | 12:08 Uhr

24-Stunden-Kita : Ein Nestchen für Kinder

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schwesig-Plan: Bundesweit soll die Kinderbetreuung am Abend und in der Nacht ausgebaut werden

Malte macht schon mal ein Nickerchen. Das sechs Monate alte Baby ist das jüngste Kind in der zweiten Schweriner 24-Stunden-Kita. In beiden wird ausschließlich der Nachwuchs von Schichtarbeitern betreut. Der Name der Einrichtungen ist Programm: „nidulus“ (lateinisch: „Nestchen“) soll Kindern rund um die Uhr Geborgenheit geben, wie Anke Preuß, Geschäftsführerin der kommunalen Kita gGmbH, erklärt. Auf eine bundesweit bessere Kinderbetreuung in Randzeiten, abends, nachts und an Wochenenden, zielt ein geplantes Förderprogramm ab, für das Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) in den Jahren 2016 bis 2018 bis zu 100 Millionen Euro bereitstellen will.

Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt gründete Ende 2009 die erste Rund-um-die-Uhr-Einrichtung und 2014 die zweite, „nidulus duo“. Zusammen verfügen die Häuser über 133 Plätze für Babys, Klein- und Vorschulkinder und sind so gut wie ausgelastet, wie Preuß sagt. Ein drittes Angebot für Schichtarbeiterfamilien sei geplant. Bundesweit gebe es nur wenige solcher Kitas, die meisten davon seien private Initiativen. Kitas mit Übernachtungsmöglichkeiten gibt es z. B. auch in Neubrandenburg und Schwedt.

Der Bedarf an professioneller Kinderbetreuung in Randzeiten nimmt auch in Schwerin zu. Schätzungen gehen von 22 000 Schichtarbeitern in Deutschlands kleinster Landeshauptstadt aus. Für Eltern rechneten sich die um etwa 120 bis 150 Euro teureren Gebühren pro Monat, weil viele nur so ihrem Job überhaupt in Vollzeit nachgehen könnten.

Um das besondere Kita-Angebot für 365 Tage und Nächte im Jahr nutzen zu dürfen, müssen Eltern monatlich einen Arbeitszeitnachweis vorlegen. Aber auch für die Kids gibt es „Stechuhren“: Mit einem Daten-Transponder werden alle Betreuungszeiten exakt erfasst, sagt Katrin Köhler, stellvertretende Leiterin der Kita „nidulus duo“. Jedes Kind darf rechnerisch pro Werktag nur 10 Stunden, im Monatsschnitt also etwa 200 Stunden in die Kita. Für Übernachtungen gibt es pauschal 30 Stunden pro Monat dazu. „Feste Zeiten, genaue Absprachen sind in einer 24-Stunden-Kita extrem wichtig.“ Erzieherin Janina Stadler lobt das enge Verhältnis zu Kindern und Eltern. „Das besondere Betreuungsangebot nimmt jenen eine große Last ab, die ihre Arbeitszeiten nicht mit einem Regelkindergarten vereinbaren können, sie haben trotzdem den Kopf frei für ihren Job.“

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