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Zeitung für die Landeshauptstadt

15. Dezember 2017 | 22:58 Uhr

Schwerin : Ein Mann in der Frauendomäne

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Schweriner Horst Homann arbeitet als Tagesvater und betreut gemeinsam mit seiner Frau Marlies acht Kinder

von
erstellt am 15.Jul.2016 | 16:00 Uhr

Horst Homann könnte auch zu Hause sitzen und  die Hände in den Schoß legen. „Aber so ein Leben wäre nichts für mich“, sagt der  64-Jährige. Sein Tag beginnt zeitig,  um 7 Uhr müssen alle Vorbereitungen erledigt sein, geht es in der Pinocchio-Gruppe in der Mecklenburgstraße los, die ersten Kinder kommen manchmal schon früher. Horst Homann ist Tagesvater, der einzige Tagesvater in Schwerin, wie er betont.

Gemeinsam mit seiner Frau Marlies betreut  Homann acht Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren. „Alleine wäre es  schwierig für mich, aber so  können meine Frau und ich uns gegenseitig unterstützen“, sagt der Tagesvater. Und die Kinder hätten auch einen Mann als Bezugsperson.

Mit einem Morgenkreis starten die Pinocchio-Kinder in den Tag.  Anschließend gibt es eine kleine Obstpause, danach geht es an die frische Luft. „Wir beobachten mit den Kindern beispielsweise Graureiher im Schlossgarten und kaufen  auf dem Markt frische Produkte für das Mittagessen ein“, sagt Horst Homann. Nach dem Essen dürfen sich die Kinder ausruhen. Später wird wieder gespielt. Bis 17 Uhr ist die Pinocchio-Gruppe  geöffnet, bei Bedarf auch noch ein bisschen länger.

Um      als Tagesvater arbeiten zu können, hat Horst Homann, studierter Diplom-Fernmeldeingenieur, eine entsprechende Weiterbildung gemacht, die Schulbank gedrückt, ein Praktikum absolviert. „Man braucht außerdem eine Genehmigung vom Jugendamt, um Plätze anbieten zu können“, sagt er.

 St. Martin, der Nikolaus und der Weihnachtsmann spielen bei den Tageseltern Marlies und Horst Homann eine wichtige Rolle. Die unterschiedlichen Jahreszeiten machen sie für die Mädchen und Jungen erlebbar, lassen die Raupe Nimmersatt krabbeln und kauen, besuchen den Zoo und den Speicher. „Wir haben einen Bildungsauftrag“, erklärt Horst Homann, der beim Basteln auch gerne die motorischen Fähigkeiten der Kinder fördert.

„Es ist schön, die Entwicklung der Kleinen sehen zu können“, sagt Homann, der selbst zwei Kinder und drei Enkel hat. Die Eltern der Pinocchio-Kinder schätzten die individuelle Betreuung und die Geborgenheit in der  Gruppe.  Aufmerksam verfolgt der Tagesvater die aktuelle Debatte um die Bezahlung der Tageseltern (SVZ berichtete). „Gerade für junge Leute ist die soziale Absicherung schwierig“, sagt Homann. In seinem Alter stelle sich  diese Frage aber nicht mehr. Er genieße einfach die Tätigkeit  als Tagesvater und sei dankbar für die vielen positiven Rückmeldungen.

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