Leben in Leezen : Ein Leezener träumt von New York

Das Bild von New York muss noch an die Wand. Ansonsten hat sich Holger Horak seinem neuen Zimmer bereits eingerichtet. Susanne Jost, Pädagogin beim Diakoniewerk, schaut vorbei und gibt dem 52-Jährigen Tipps.
Das Bild von New York muss noch an die Wand. Ansonsten hat sich Holger Horak seinem neuen Zimmer bereits eingerichtet. Susanne Jost, Pädagogin beim Diakoniewerk, schaut vorbei und gibt dem 52-Jährigen Tipps.

Holger Horak gehört zu den 40 Bewohnern im Haus Jona. Diakoniewerk Neues Ufer steckte rund 2,4 Millionen Euro in den Umbau.

23-11368170_23-66108344_1416393117.JPG von
14. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Holger Horak hat sich sein kleines Reich schon zurecht gemacht: Das Zimmer des 52-Jährigen im Haus Jona vom Diakoniewerk Neues Ufer erstrahlt in sattem Gelb. Sein Bett und seinen Schrank hat er mitgebracht aus dem Haus Leezen, in dem Holger Horak bislang wohnte. Aber einige Möbel und ein großes Wandbild von New York verschönern sein neues Zimmer. „Das ist mir beim Einkaufen sofort aufgefallen“, erzählt der 52-jährige. In der US-Metropole war er zwar noch nie. Doch von einer Reise nach Big Apple zu träumen, das sei doch erlaubt. „Wenn ich da mal hinkomme, dann aber nur zusammen mit meinen Freunden“, fügt er hinzu.

Holger Horaks Freunde sind seine Mitbewohner. Alle 18 Personen aus dem Haus Leezen zogen in der vorigen Woche ins neue Haus Jona, das vor dem Umbau Kochs Hotel war. Hinzu kommen die Bewohner aus dem Haus Ramper Moor. In der neuen Unterkunft leben insgesamt 40 Personen. Jede hat ein Einzelzimmer, einige teilen sich ein gemeinsames Bad. „Die Bäder sind aber viel größer“, erzählt Holger Horak. „In der Dusche kann ich jetzt tanzen.“ Vor allem sind aber die Sanitärräume – so wie das gesamte Gebäude – barrierefrei. „Im Haus Leezen gab es viele Stufen und Schwellen“, berichtet Susanne Jost, Pädagogin beim Diakoniewerk. Der extra errichtete Fahrstuhl ermöglicht auch Rollstuhlfahrern, auf alle drei Ebenen von Haus Jona zu kommen. Das Diakoniewerk Neues Ufer steckte rund 2,4 Millionen Euro in diesen Umbau. Im Frühjahr ist Haus Leezen an der Reihe. Dort ziehen nach der Umgestaltung andere Bewohner ein. Denn das Diakoniewerk schafft so bessere Lebensbedingungen für alle 150 Menschen mit Behinderung in seinen Häusern. Haus Böken wird geschlossen, die anderen werden umgestaltet.

Holger Horak ist froh, dass er weiterhin in Leezen wohnt. Er kennt das Dorf. Der Weg zur Arbeit in den Ramper Werkstätten ist kurz. Und der passionierte Angler hat den Schweriner See vor der Haustür. „Für den besitze ich einen Fischereischein“, erzählt der 52-Jährige. Einen Vier-Kilo-Karpfen hat Horak schon mal an der Angel gehabt. Zweimal im Jahr geht es aber auch in eine Forellenanlage bei Krakow am See. Ansonsten entspannt Holger Horak gern vor dem Fernseher. Reportagen zur Geschichte und zur Erdentstehung sieht er am liebsten.

Wichtig ist Holger Horak zudem, sich für seine Mitbewohner einzubringen. Der 52-jährige wurde in die neue Bewohnervertretung von Haus Jona gewählt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen