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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Oktober 2017 | 19:05 Uhr

Langen Brütz : Ein Leben für das Ehrenamt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Dieter Waedow engagierte sich nicht nur jahrelang für den Fußball, sondern auch als Welterbebeauftragter – morgen wird er 80 Jahre

von
erstellt am 18.Aug.2017 | 16:00 Uhr

Ein schöner Sommermorgen in Langen Brütz. Dieter Waedow sitzt auf der Terrasse seines Hauses, sein Blick geht hinunter auf die Koppel mit den beiden Stuten und ihren Fohlen. Doch sogleich vertieft er sich wieder in die Unterlagen vor ihm auf dem Tisch. „Wir bereiten gerade den neuen Schülerwettbewerb des Welterbevereins vor.“ Da ist noch viel zu tun. Waedow ist im Vereinsvorstand zuständig für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ein Ehrenamt. Für Dieter Waedow nichts Besonderes. Fast sein ganzes Leben lang hatte der gebürtige Schweriner einen „Nebenjob“.

Mit etwa zwölf Jahren folgte Dieter Waedow dem Vorbild seines Vaters und begann Fußball zu spielen – zuerst bei Lok, später bei Einheit Schwerin. Sein großer Tag kam 1954. Da betrat er als Erster den Rasen des gerade fertig gewordenen Ostsee-Stadions in Rostock. Einheit spielte in der Altersklasse 14 bis 16 Jahre um die DDR-Meisterschaft gegen Chemie Zeitz. „Wir haben das Spiel leider verloren“, erinnert sich Waedow.

Als es zum Studium nach Dresden geht, wechselt Waedow zurück zu Lok Schwerin. „Da gab es Freifahrtscheine für die Bahn.“ Doch auf die Dauer hat das Pendeln nicht funktioniert. Als er 1961 zurück kommt nach Schwerin, wird die zeitliche Belastung durch den Beruf und das Fußballspielen zu groß. Der Rat seines Trainers: „Werde doch Schiedsrichter.“ Diesem Ratschlag ist Dieter Waedow gefolgt. In 20 Jahren hat er rund 1000 Spiele gepfiffen – bis hin zur zweiten DDR-Liga. „Da ging so manches Wochenende drauf. Ich hatte kein Auto und musste mit der Bahn fahren. Am Sonnabend wurde damals noch gearbeitet“, erzählt der engagierte Mann.

1982 wollte Waedow dann doch sein Ehrenamt an den Nagel hängen. Doch im Verein wurde er bekniet. er wurde für zwei Jahre Betreuer einer Jugendmannschaft. Zehn Jahre lang war der Vater zweier Töchter und eines Sohnes Vorsitzender des Elternbeirates der Karl-Liebknecht-Schule. Dann aber war tatsächlich erst einmal Schluss mit der Ehrenamtsarbeit.

Der Verkehrsfachmann ging als Regierungsberater nach Angola. Der Umbruch 1989 brachte ihn zurück nach Schwerin. Dort engagierte er sich – wieder ehrenamtlich – im Verkehrsausschuss der Industrie- und Handelskammer, wurde in deren Vollversammlung gewählt. Ein Bekannter sprach Waedow an, ob er nicht im gerade gegründeten Verein Pro Schwerin mitwirken wolle. Er wollte. Schnell wurde er in den Vorstand gewählt, war sogar fünf Jahre Vorsitzender des renommierten Vereins. Als der inzwischen in Langen Brütz lebende Rentner diesen Posten abgab, blieb er dem Vorstand erhalten und wurde Welterbebeauftragter von Pro Schwerin. Waedow brachte eine Arbeitsgruppe der großen Schweriner Vereine zusammen, in der die Aktivitäten im Rahmen der Welterbebewerbung koordiniert werden. Folgerichtig war er Gründungsmitglied des Welterbefördervereins und engagiert sich heute im Vorstand. In dieser Funktion ist er auch Mitglied der Welterbearbeitsgruppe von Land und Landeshauptstadt.

Warum sich Dieter Waedow Zeit seines Lebens bürgerschaftlich engagiert? Er schaut etwas irritiert, als würde er die Frage nicht verstehen. „Na, weil es einfach Spaß macht“, sagt Dieter Waedow.

Für einen Tag aber ruht jedes Ehrenamt. Dieter Waedow feiert morgen seinen 80. Geburtstag. Und weil seine Frau Rita in ein paar Tagen auch Geburtstag hat, wird mit guten Freunden und Bekannten gemeinsam gefeiert. „Die Waedows werden zusammen 150 Jahre“, sagt der Jubilar schmunzelnd.


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