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Im Kinderheim wie in einer richtigen Familie feiern : "Ein Lächeln ist das Schönste, was es gibt"

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Die Kinder begrüßen Katja Gast im Schweriner Kinderheim "Demmlerhaus" herzlich - ein Küsschen hier, eine Umarmung dort. Wie in einer Familie wird hier Weihnachten und der Jahreswechsel traditionell zusammen gefeiert.

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erstellt am 29.Dez.2012 | 04:02 Uhr

Lankow | Die Kinder begrüßen Katja Gast herzlich - ein Küsschen hier, eine Umarmung dort. So beginnt für die Erzieherin jeder Arbeitstag im Schweriner Kinderheim "Demmlerhaus". Von 13 Uhr an arbeiten sie und ihre Kollegen 24 Stunden. In zwei Wohngruppen aufgeteilt kümmern sie sich um 30 Kinder. Auch an den Feiertagen arbeiten sie rund um die Uhr. "Das hier ist nicht einfach nur ein Beruf, wir sind wie eine Familie", erklärt Gast. Und wie in einer Familie wird Weihnachten und der Jahreswechsel traditionell zusammen vorbereitet und gefeiert. Acht Kinder verbringen in diesem Jahr Silvester mit den Erziehern im Demmlerhaus. "Jeder bringt seine eigenen Erfahrungen und Bräuche mit in die Feiertags-Planung ein und dann wird immer etwas ganz Besonderes daraus." So soll es auch in diesem Jahr ein außergewöhnliches Silvesterfest werden.

Begonnen hat das Berufsleben der 23-Jährigen ganz klassisch. Vor und während ihrer schulischen Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin absolvierte Gast verschiedene Praktika in Schweriner Kindergärten. "Ich wollte schon immer mit Kindern zusammenarbeiten. Und nach den ganzen Praktika habe ich nach einer größeren Herausforderung gesucht und dann diese Stelle im Demmlerhaus gefunden", erinnert sie sich. Nach dem Vorstellungsgespräch und zwei Probetagen wusste sie, dass sie im Kinderheim in Lankow arbeiten möchte. "Die Atmosphäre hier stimmte einfach von Anfang an. Die Kinder und die Kollegen haben mich hier super aufgenommen. Ich fühlte mich gleich wie zu Hause."

Seit Juli dieses Jahres gehört sie nun zu dieser "kleinen Familie". Da ist es nicht überraschend, dass sie für die Jungen und Mädchen ein Fest zu Silvester plant. "Als der Dienstplan geschrieben wurde, habe ich gleich gesagt, dass ich an diesem Tag arbeiten möchte." Gemeinsam mit ihrem Kollegen Marten Brockmann kümmert sie sich um ihre Schützlinge während des Jahreswechsels. "Silvester mache ich den Kleinen eine ganz besondere Freude", sagt die Erzieherin glücklich. "Der Plan ist, dass wir erst grillen und dann spielen, worauf die Kinder eben an diesem Tag Lust haben. Auch Bleigießen machen wir - ganz traditionell eben. Wir werden natürlich auch raus gehen und ein paar Knaller los lassen. Wir werden Tischfeuerwerk kaufen. Mal sehen wie den Kindern das gefällt. Es wird einfach ein schöner Abend zusammen", berichtet die 23-Jährige. Aber worauf die Kinder sich am meisten freuen, sei der Kinderpunsch und süße Überraschungen, so Gast.

Auch an Weihnachten dachte sie an ihre Schützlinge. Zwar musste sie an den Festtagen nicht arbeiten, aber Geschenke von ihr für die Jungen und Mädchen lagen trotzdem unter dem Weihnachtsbaum. "Jeder von uns hat zwei sogenannte Bezugskinder, für die Geschenke gekauft und auch hübsch eingepackt werden," sagt Gast. Dies haben die Kinder verdient, meint sie. Denn sie unterstützen die Erzieher oftmals bei alltäglichen Arbeiten, wie beim Kochen oder die Großen spielen mit den Kleinen. Und auch die Kinder wissen ihre Erzieher zu schätzen. "Ich hab von vielen Jugendlichen aus meiner Gruppe eine liebe SMS zu Weihnachten bekommen", sagt sie. "Und dazu ein Lächeln von den Kleinsten. Das ist das Schönste, was es gibt. Dann hat man alles richtig gemacht."

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